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Mitten im Buzzword-Dschungel

Mitten im Buzzword-Dschungel
Mitten im Buzzword-Dschungel
Wie der digitale Zwilling im Einzelnen definiert wirdist vom Bedarf des jeweiligen Unternehmens abhängig, das einen digitalen Zwilling zum Einsatz bringen möchte. Foto: Altair

Alle reden von der digitalen Transformation. Nur, wissen wirklich alle, wovon die Rede ist? Jede Branche hat bekanntlich ihre Buzzwords, die oft beeindruckend klingen. Aber nicht jeder versteht sie – oder im schlimmsten Fall falsch. Wir haben uns ein paar herausgegriffen.

Internet of Things (IoT)

Wer die Musik im Wohnzimmer mit der App steuert, das Licht mit ihr dimmt, die Fitness am Arm mit dem Tracker misst oder das Auto mit einem anderen kommunizieren lässt, vertraut auf IoT. Abermillionen technischer Geräte sind dafür miteinander intelligent verknüpft und erleichtern uns den Alltag. Im Internet erhalten viele Geräte eine eigene Repräsentanz und können so angesteuert werden. Im Mittelpunkt stehen dabei Sensoren, die Daten in Echtzeit erfassen. So führen die Geräte Funktionen automatisiert aus und lassen sich aus der Ferne steuern.

Industrial Internet of Things (IIoT)

Das gleiche Prinzip lässt sich auf die Industrieproduktion übertragen. Milliarden Maschinen und Systeme sind zurzeit bereits miteinander vernetzt – und es werden immer mehr. So wie der private Nutzer seine Musikanlage im Smart Home steuert und sein Haus überwacht, hat der Ingenieur dank IIoT Zugriff auf seine Maschinen. Firmen können damit in erster Linie ihre Prozesse in der Produktion verbessern, Energie und Kosten sparen, Wartung leichter vorhersagen und Lieferketten einfacher überwachen. Gleichzeitig werfen Unternehmen nach einer Datenanalyse einen Blick in die Zukunft und entwickeln neue Geschäftsmodelle für ihre Kunden. In den Fabriken senden die Geräte der Industrieanlagen dafür in der Regel ihre Daten in eine Cloud.

Digitaler Zwilling

Das virtuelle Abbild eines Produkts. Er hilft zum Beispiel Ingenieuren während der Entwicklung, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Mit ihm lässt sich die Leistungsfähigkeit des Produkts simulieren und optimieren. Auch nach dem Ende eines Produktlebenszyklus können Entwickler wichtige Rückschlüsse aus dem digitalen Zwilling für die nächste Produktgeneration ziehen. Idealerweise ist er dabei simulations- und datengetrieben.

Predictive Maintenance

Ein Anwendungsszenario des digitalen Zwillings. Wie das Wort Prädiktion, also Vorhersage, schon erkennen lässt, geht es um einen Blick in die Zukunft. Möglich ist zum Beispiel, bereits existierende Probleme beim Betrieb einer Maschine zu analysieren und künftige Ausfallerscheinungen leichter vorherzusehen. Wichtig ist dafür jedoch eine kritische Menge an repräsentativen Daten, um sowohl den einwandfreien Betrieb als auch Ausfallerscheinungen beschreiben zu können. Mithilfe von Simulationsmodellen und Algorithmen erkennen Ingenieure so Muster und können Schlussfolgerungen ableiten – alles, um den Betrieb in der Fabrik einwandfrei aufrechtzuerhalten.
Model-Based Systems

Engineering (MBSE)

Die Rede ist vom Übergang von einer Zusammenarbeit in der Produktentwicklung, die bisher auf Dokumenten basierte, hin zu einer, die Modelle verwendet. Früher tauschten sich Entwickler und Simulationsexperten aus, indem sie ihr Wissen unter anderem in PDF-Dokumenten sammelten und weitergaben – mit dem Nachteil einer hohen Fehleranfälligkeit. Beim MBSE agieren die Entwicklungsabteilungen stattdessen mit funktionalen Modellen, sodass jeder Entwicklungsschritt nachvollzogen werden kann.

Ob IoT, digitaler Zwilling, Predictive Maintenance oder MBSE – der Vorteil von Simulation und Digitalisierung liegt klar auf der Hand: bessere Produkte, die schneller entwickelt werden können. Davon profitieren nicht zuletzt die Verbraucher. 

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