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Energiewende- Zukunft ungewiss

Kraftstoff mit Zukunft

Foto: fewerton via Shutterstock

Weltweit steigt der Bedarf an Energie. Dennoch besteht der größte Teil beim Verbrauch noch immer aus fossilen Brennstoffen. Das Problem: Diese Energieträger tragen durch ihren Treibhausgasausstoß zum Klimawandel bei. Eine Alternative sind Kraftstoffe,  die aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen werden.  

Der Vorteil der Nutzung nachwachsender Rohstoffe im Verkehr ist deutlich: Kraftstoffe aus Biomasse sind in der Nutzung CO2-neutral. Verbrennt man sie, setzt man nur das Kohlendioxid frei, das die Pflanzen während ihres Wachstums mithilfe der Sonnenenergie bei der Fotosynthese aus der Luft gebunden haben.

Vielseitige Anwendungsgebiete

Biokraftstoffe haben einen weiteren klaren Pluspunkt: Die Biomasse kann für eine große Produktvielfalt komplett verwertet werden. Aus den Rohstoffen lassen sich Energieträger, Futtermittel und Bausteine für Chemikalien gewinnen. Mögliche Produkte sind dann: Biodiesel in B7, Kraftstoffethanol in Super E5, Super E10 und Antiklopfmitteln, Biomethan, Neutralalkohol in Getränken, Kosmetik oder technischen Anwendungen, hochwertige Pflanzenproteine für den Lebens- und Futtermittelbereich, Glycerin sowie Kohlensäure in der Getränkeherstellung. 

Nutzung aus Reststoffen

Die europäischen Hersteller nutzen als Rohstoff vor allem Raps, Futtergetreide und Rübenzucker. In zunehmendem Maße kommen auch Neben- und Abfallbestandteile von Pflanzen hinzu. Diese haben eine hervorragende Treibhausgasbilanz und erreichen bereits einen Anteil von über 20 Prozent an den verwendeten Rohstoffen.

Aktuelle Erfolgszahlen belegen, wie sich mit der Energiegewinnung aus Biomasse die Wirtschaft ankurbeln lässt: Entgegen dem Trend sind in ländlichen Regionen in Deutschland über 20.000 Arbeitsplätze in der Biokraftstoffbranche entstanden.

Umweltgerechte Biokraftstoffe

In Sachen Klimaschutz sind aktuell Biokraftstoffe wie Biodiesel, Bioethanol und Biomethan ein wichtiger Baustein, um Treibhausgasemissionen zu senken. So haben sie laut Zahlen der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) im Jahr 2018 zusammen etwa 9,5 Millionen Tonnen CO2 eingespart. Im Vergleich zu fossilen Kraftstoffen verringern Biokraftstoffe den Treibhausgasausstoß um bis zu 90 Prozent.

Super E10 reduziert nicht nur CO2-Emissonen, sondern auch den Stickoxid- und Feinstaubausstoß von Benzinern ohne einen Mehrverbrauch. Verbraucher und Flottenbetreiber können zudem die bereits vorhandene Tankstelleninfrastruktur nutzen. Biokraftstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen sind daher eine vielversprechende Alternative zu Erdöl. 

Neben diesen Erfolgsstorys kommen bald weitere Felder der Anwendung hinzu, zum Beispiel als Alternative für petrochemische Produkte in der Chemieindustrie. All das macht das ökologisch wie ökonomisch innovative und sinnvolle Prinzip, Energie und Produkte aus Biomasse zu gewinnen, zu einem wichtigen Treiber für eine nachhaltige Wirtschaft im Sinne einer sektorübergreifenden Bioökonomie.

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