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Was darf in ihrem Smart Home fehlen? Nichts!

Foto: sutadimage via Shutterstock

Innovationstreiber & Serienunternehmer, Frank Thelen, spricht im Interview über seine Liebsten Smart Home Gadgets.

Frank Thelen

Innovationstreiber & Serienunternehmer

Es ist kein Geheimnis, das Sie ein Tech-Liebhaber sind. Was darf bei Ihnen zuhause nicht mehr fehlen?

Die Frage sollte lauten, was darf fehlen? Die Antwort: Nichts. Ich probiere fast jedes neue Tech-Gadget im Smart Home Bereich aus, vom Staubsaugerroboter über den Rasenmäher bis zum smarten Kühlschrank. Die Produkte sind zwar teilweise noch nicht ausgereift, hier erwarte ich aber in den nächsten Jahren deutliche Fortschritte. Heute ist das wichtigste Produkt mein Husquana Mähroboter, er spart mir sehr viel Zeit.

Was war Ihre erste „smarte“ Errungenschaft?

Im Smarthome-Bereich war es der Staubsaug-Roboter, die erste Generation lieferte aber sehr enttäuschende Ergebnisse.

Einige Menschen fürchten sich noch ein wenig vor der smarten Technologie zuhause, was raten Sie diesen Menschen?

Besitzen diese Menschen ein Smartphone? Falls ja, befindet sich alles, wovor sie sich potenziell fürchten, sehr wahrscheinlich bereits in ihrer Hosentasche. Ich möchte keine Panik machen und jeder soll selber entscheiden, inwieweit er an der digitalisierten, vernetzten Welt teilnimmt, aber: viele dieser technologischen Entwicklungen machen unser Leben sicherer, effizienter und nachhaltiger und ich für meinen Teil freue mich auf die neuen Anwendungen im Bereich Smart Home.  

Was ist das perfekte smarte Einsteigergadget?

Ein Sprachassistent wie Siri, Alexa oder Google Home. Sprachsteuerung ist zwar aktuell oft noch recht mühsam in der Anwendung, wird sich aber in naher Zukunft exponentiell entwickeln. Die Sprachassistenten lernen täglich dazu und schon bald wird man den Fortschritt mitansehen können. Unsere Sprachassistenten werden zukünftig auch alle anderen, vernetzten Geräte im Haus bedienen und sind in meinen Augen daher eine sinnvolle Investition für jeden, der sein zu Hause zu einem smart home machen will.

Was war Ihre letzte smarte Addition für Ihr Zuhause?

Eine Luft-Qualität-Überwacher. Sind zum Beispiel zu viele Pollen in meinem Schlafzimmer, werde ich gewarnt und das Gerät versucht, die Luft zu reinigen.

Sie möchten mehr über Frank Thelen erfahren?

Weitere Informationen finden Sie unter frank.io/de

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Das Herzstück einer intelligenten Kommune

Moderne Kommunen sind heute Ökosysteme im permanenten Wandel. Ein Gespräch mit Joachim Schonowski, Principal Business Consultant Smart Sustainable Cities bei msg sowie Vorsitzender des DIN Smart City Standards Forum, über das Potenzial von Daten, Kommunen im Sinne von Smart City weiterzuentwickeln, und darüber, welche Faktoren in Balance zu bringen sind und welche Rolle eine kommunale Datenplattform dabei spielt. 

Joachim Schonowski

Principal Business Consultant Smart Sustainable Cities bei msg und Vorsitzender des DIN Smart City Standards Forum

Was bedeutet Digitalisierung der Kommune im Sinne einer „Smart City“? 

In einer intelligenten Kommune werden neue digitale Technologien, vernetzte Sensoren als Teil des Internets der Dinge, IT-Plattformen und die Plattform-Datenökonomie dazu beitragen, dass Städte umweltfreundlicher und effizienter werden, Partizipation gefördert und die Lebensqualität der Bürger verbessert wird. Einige aktuelle Beispiele, z. B. Songdo in Südkorea, wo niemand leben will, oder das Projekt der „Google City“ in Toronto, das wieder eingestellt wurde, zeigen, dass eine rein technische und ökonomische Betrachtung nicht angenommen wird. Die soziologische und die ökologische Perspektive müssen von Beginn an mitgedacht werden. Der Mensch gestaltet die Kommune: Dazu gehören Klimabewusstsein „by Design“, Schonung von Ressourcen, aber auch ganz einfach die Integration von Grünflächen. Dann reden wir über mehr Lebensqualität, über „Mensch im Mittelpunkt“.

Können Sie ein paar Szenarien beschreiben, in denen die Digitalisierung die Kommunen unterstützen kann?

Schon heute ermöglicht die Nutzung kommunaler Daten in den verschiedenen kommunalen Handlungsfeldern in vielfältiger Weise eine Weiterentwicklung im Sinne der Bürgerinnen und Bürger. Digitale Anträge und deren Verknüpfung können für die kommunale Verwaltung und ihre Kunden Prozesse optimieren und verkürzen. Eine digitale Infrastruktur mit Sensoren für Umwelt-, Brücken- oder Gebäudedaten liefert genauere Ist-Analysen unter anderem von der Qualität von Luft, Standfestigkeit oder Daten für eine angepasste Verkehrssteuerung. Neue Mobilitätsdienste verknüpfen Angebote des öffentlichen und des privaten Verkehrs oder auch mit Logistikdiensten, wenn etwa Busse bei niedrigen Fahrgastzahlen auch Pakete befördern. Mithilfe von „Smart Grids“ können Quartiere energieautark und CO2-neutral werden. Und die Entwicklung geht natürlich weiter: In der Zukunft können Fahrzeuge teil- oder vollautonom mittels verschiedener Funktechnologien, Stichwort 5G, und auf Basis hoch automatisierter Kameras miteinander und mit der kommunalen digitalen Infrastruktur interagieren, um sicher und störungsfrei ans Ziel zu kommen. Dabei spielt auch die viel zitierte intelligente Straßenlaterne eine Rolle. Der Verkehr braucht dann keine Schilder und Ampeln mehr.

Vor welchen Herausforderungen sehen Sie Kommunen in Bezug auf eine erfolgreiche Digitalisierung? 

Die Kommunen stehen mittlerweile in einem globalen Attraktivitätswettbewerb. Dazu gehört heute und in Zukunft unbedingt eine digitale Daseinsvorsorge in Form einer digitalen Infrastruktur. Das betrifft nicht nur die kommunale Verwaltung oder einzelne Bereiche oder Wirtschaftszweige, sondern das gesamte Ökosystem einer Kommune. Dafür sind insbesondere kleinere Kommunen angehalten, sich zu Metropolregionen zusammenzuschließen, um gemeinsam eine Digitalstrategie zu entwickeln, Ressourcen – sowohl finanzielle als auch personelle – zu bündeln, Wissenszentren aufzubauen oder Einkaufsgemeinschaften zu schaffen. Aber auch für Großstädte gilt es zu vermeiden, eine scheinbar günstige „Regallösung“ zu verwenden, um nicht von einer Technologie oder einem Lösungsanbieter abhängig zu werden. Denn wenn die Digitalisierung zukunftsfähig sein soll, muss sie offen sein für neue Module und Kooperationen. Dafür muss das verwendete System interoperabel sein. Dieser übergeordnete Gedanke fehlt oft noch in den Schritten, die viele Kommunen jetzt bereits unternommen haben.

Wie auch bei anderen Projekten der Digitalisierung steht auch im Mittelpunkt einer intelligenten Kommune eine passende Plattform. Können Sie die Voraussetzungen dafür genauer beschreiben?

Auf der kommunalen Datenplattform finden unterschiedliche Anbieter und eine Vielzahl von Abnehmern zusammen. Man spricht daher technisch von einem System von Systemen und ökonomisch von mehrseitigen Marktplätzen. Die Daten der Plattform bieten auch die Möglichkeit, einen digitalen Zwilling der Kommune zu erzeugen, der z. B. für die Stadtplanung eingesetzt werden kann. Die Entwicklung einer solchen Plattform ist eine langfristige, strategische Investitionsentscheidung. Ihr sollte eine Digitalisierungsstrategie zugrunde liegen, die bedenkt, wofür man die Plattform einsetzen will. Also etwa: Wer hat die Hoheit über die gewonnenen Daten? Wie, von wem und gegebenenfalls zu welchem Preis dürfen diese genutzt werden? Die lokalen Akteure wie Bürgerinnen und Bürger, Vereine, Körperschaften, Unternehmen, Politik und Verwaltung sollten in die Gestaltung eingebunden sein. Wie können die Daten für mehr Ressourceneffizienz, für die Reduktion von Schadstoffen und anderen Emissionen oder generell für nachhaltiges Wirtschaften eingesetzt werden? 

Sie empfehlen Standards für kommunale Datenplattformen – warum?

Nur auf der Grundlage offener, globaler Standards können Smart-City-Plattformen nachhaltig Anschlussfähigkeit und Datensouveränität gewährleisten. Weitere Systeme können über standardkonforme Schnittstellen einfach angeschlossen, Interoperabilität mit anderen kommunalen Datenplattformen kann gewährleistet werden. Und Interoperabilität hat noch eine weitere Dimension: Nicht zuletzt geht es um die Lesbarkeit der Daten, die sogenannte „Datensemantik“. Außerdem kann Standardisierung die technische Komplexität im Zusammenspiel der Systeme reduzieren, Datenaustausch vereinfachen und Herstellerabhängigkeit vermeiden. Die Standards schaffen Klarheit für die technische Weiterentwicklung und sorgen für Investitionssicherheit. Das ist am Ende sowohl ökonomisch als auch ökologisch die vernünftige Lösung.

Welche Lösung bietet msg in Bezug auf kommunale Datenplattformen an? 

Wir bieten eine interoperable Datenplattform auf Basis von globalen Standards bei einer frei wählbaren Infrastruktur, außerdem Dienste zur Datenanalyse sowie generell die technische Beratung und die Integration. Dabei können wir das Wissen und die Dienste aus unterschiedlichen Branchen abrufen. Und bei unserer Lösung bleibt die Hoheit über die Daten und die Dienste bei der Kommune. Das macht unsere Lösung aus. 

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