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Mit Google durch den Alltag

Foto: Bennian via Shutterstock

Google ist längst nicht mehr einfach nur eine Suchmaschine. Das 1998 von Larry Page und Sergey Brin gegründete Technologieunternehmen hat einen Wert von 309 Milliarden Dollar und gehört damit zusammen mit Amazon und Apple zu einer der wertvollsten Marken der Welt. Im Laufe der Jahre arbeitete Google beständig daran, ambitionierte Zukunftsideen zur Realität zu machen, was sich auch in der Vielfältigkeit der Produkte widerspiegelt.

Mittlerweile ist es fast unmöglich, sich dem Einfluss von Google zu entziehen, denn die Marke ist Teil unseres modernen Alltags geworden. Von Smart Homes über künstliche Intelligenz bis hin zu autonom fahrenden Autos – der Konzern hat in den verschiedensten Bereichen eine Pionierrolle übernommen.

Alles unter einem Dach

Damit sich die verschiedenen Tochterunternehmen auf ihre speziellen Kompetenzen und Aufgaben konzentrieren können, kam es im August 2015 zu weitreichenden Umstrukturierungsmaßnahmen: Die Dachgesellschaft Alphabet Inc. wurde gegründet. Sie ist bis heute die größte Holding der Welt und umfasst zahlreiche zukunftsweisende Unternehmen wie DeepMind (KI), Jigsaw (Schutz vor Cyber-Attacken, etc.), Waymo (Selbstfahrende Autos) und auch Google selbst.

Ein Technologieunternehmen erobert die Autoindustrie

Waymo arbeitet zum Beispiel an dem „Google Driverless Car“-Projekt. Die Technologie der selbstfahrenden Autos befindet sich nicht mehr in den Kinderschuhen. Im April 2018 erlaubte der Staat Kalifornien die autonomen Fahrzeuge auf seinen Straßen. Hier muss nicht einmal mehr ein Fahrer an Bord sein, der in das Geschehen eingreifen könnte.

Dabei betont Waymo immer wieder, kein Autohersteller, sondern eine Technologiefirma zu sein. Man möchte mit etablierten Autobauern zusammenarbeiten und nicht mit ihnen in Konkurrenz treten. So arbeitet das Unternehmen zum Beispiel mit Jaguar und Fiat-Chrysler zusammen.

Noch fahren die Autos nur auf amerikanischen Straßen, doch auch eine Expansion nach Europa und Asien ist geplant. Kooperationen mit Renault und Nissan sollen die autonomen Autos nach Frankreich und Japan bringen.

Smarte Unterstützung in den eigenen vier Wänden

Auch beim Smart Home hat Google die Nase vorne. Die beiden Produktreihen Google Home und Nest wurden zu Nest Home zusammengelegt. Das Smart Display Nest Hub visualisiert Suchanfragen an den Google Assistant auf einem Sieben-Zoll-Touchdisplay. Dank der Voice-Match-Technologie kann man einfach auf persönliche Kalendereinträge, Videos und Musikdienste und mehr zugreifen. Mit Nest Hub lassen sich unter anderem auch Lampen, Kameras, Fernseher und andere Haushaltsgeräte steuern. Nest Hub kam zuerst in den USA auf den Markt und ist seit Mai 2019 auch in Deutschland erhältlich.

Alphabet hat den Blick weiter in Richtung Zukunft gerichtet und Spekulationen auf Zukunftstrends gehören mit zum Alltag des Konzerns. Die Forschungsabteilung wird deshalb auch „Moonshot Factory“ genannt und ihr Ziel ist es, vollkommen neue Technologien zu erschaffen, die einige der größten Probleme der Welt lösen sollen.

Project Loon soll zum Beispiel mithilfe von Ballons, die in einer Höhe von 18 km um die Erde schweben, Internet selbst in die abgelegensten Ecken der Welt bringen. 2018 investierte man zudem 25 Milliarden Dollar in das Cloud-Geschäft, da man auch diese Sparte für besonders zukunftsweisend hält. Alphabets Verily hingegen arbeitet an der frühzeitigen Erkennung von schweren Krankheiten. In Planung sind zum Beispiel Kontaktlinsen, die den Zuckerspiegel messen können. Egal in welchem Bereich – Alphabet/Google ist ein Wegweiser der Zukunft.

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Das Herzstück einer intelligenten Kommune

Moderne Kommunen sind heute Ökosysteme im permanenten Wandel. Ein Gespräch mit Joachim Schonowski, Principal Business Consultant Smart Sustainable Cities bei msg sowie Vorsitzender des DIN Smart City Standards Forum, über das Potenzial von Daten, Kommunen im Sinne von Smart City weiterzuentwickeln, und darüber, welche Faktoren in Balance zu bringen sind und welche Rolle eine kommunale Datenplattform dabei spielt. 

Joachim Schonowski

Principal Business Consultant Smart Sustainable Cities bei msg und Vorsitzender des DIN Smart City Standards Forum

Was bedeutet Digitalisierung der Kommune im Sinne einer „Smart City“? 

In einer intelligenten Kommune werden neue digitale Technologien, vernetzte Sensoren als Teil des Internets der Dinge, IT-Plattformen und die Plattform-Datenökonomie dazu beitragen, dass Städte umweltfreundlicher und effizienter werden, Partizipation gefördert und die Lebensqualität der Bürger verbessert wird. Einige aktuelle Beispiele, z. B. Songdo in Südkorea, wo niemand leben will, oder das Projekt der „Google City“ in Toronto, das wieder eingestellt wurde, zeigen, dass eine rein technische und ökonomische Betrachtung nicht angenommen wird. Die soziologische und die ökologische Perspektive müssen von Beginn an mitgedacht werden. Der Mensch gestaltet die Kommune: Dazu gehören Klimabewusstsein „by Design“, Schonung von Ressourcen, aber auch ganz einfach die Integration von Grünflächen. Dann reden wir über mehr Lebensqualität, über „Mensch im Mittelpunkt“.

Können Sie ein paar Szenarien beschreiben, in denen die Digitalisierung die Kommunen unterstützen kann?

Schon heute ermöglicht die Nutzung kommunaler Daten in den verschiedenen kommunalen Handlungsfeldern in vielfältiger Weise eine Weiterentwicklung im Sinne der Bürgerinnen und Bürger. Digitale Anträge und deren Verknüpfung können für die kommunale Verwaltung und ihre Kunden Prozesse optimieren und verkürzen. Eine digitale Infrastruktur mit Sensoren für Umwelt-, Brücken- oder Gebäudedaten liefert genauere Ist-Analysen unter anderem von der Qualität von Luft, Standfestigkeit oder Daten für eine angepasste Verkehrssteuerung. Neue Mobilitätsdienste verknüpfen Angebote des öffentlichen und des privaten Verkehrs oder auch mit Logistikdiensten, wenn etwa Busse bei niedrigen Fahrgastzahlen auch Pakete befördern. Mithilfe von „Smart Grids“ können Quartiere energieautark und CO2-neutral werden. Und die Entwicklung geht natürlich weiter: In der Zukunft können Fahrzeuge teil- oder vollautonom mittels verschiedener Funktechnologien, Stichwort 5G, und auf Basis hoch automatisierter Kameras miteinander und mit der kommunalen digitalen Infrastruktur interagieren, um sicher und störungsfrei ans Ziel zu kommen. Dabei spielt auch die viel zitierte intelligente Straßenlaterne eine Rolle. Der Verkehr braucht dann keine Schilder und Ampeln mehr.

Vor welchen Herausforderungen sehen Sie Kommunen in Bezug auf eine erfolgreiche Digitalisierung? 

Die Kommunen stehen mittlerweile in einem globalen Attraktivitätswettbewerb. Dazu gehört heute und in Zukunft unbedingt eine digitale Daseinsvorsorge in Form einer digitalen Infrastruktur. Das betrifft nicht nur die kommunale Verwaltung oder einzelne Bereiche oder Wirtschaftszweige, sondern das gesamte Ökosystem einer Kommune. Dafür sind insbesondere kleinere Kommunen angehalten, sich zu Metropolregionen zusammenzuschließen, um gemeinsam eine Digitalstrategie zu entwickeln, Ressourcen – sowohl finanzielle als auch personelle – zu bündeln, Wissenszentren aufzubauen oder Einkaufsgemeinschaften zu schaffen. Aber auch für Großstädte gilt es zu vermeiden, eine scheinbar günstige „Regallösung“ zu verwenden, um nicht von einer Technologie oder einem Lösungsanbieter abhängig zu werden. Denn wenn die Digitalisierung zukunftsfähig sein soll, muss sie offen sein für neue Module und Kooperationen. Dafür muss das verwendete System interoperabel sein. Dieser übergeordnete Gedanke fehlt oft noch in den Schritten, die viele Kommunen jetzt bereits unternommen haben.

Wie auch bei anderen Projekten der Digitalisierung steht auch im Mittelpunkt einer intelligenten Kommune eine passende Plattform. Können Sie die Voraussetzungen dafür genauer beschreiben?

Auf der kommunalen Datenplattform finden unterschiedliche Anbieter und eine Vielzahl von Abnehmern zusammen. Man spricht daher technisch von einem System von Systemen und ökonomisch von mehrseitigen Marktplätzen. Die Daten der Plattform bieten auch die Möglichkeit, einen digitalen Zwilling der Kommune zu erzeugen, der z. B. für die Stadtplanung eingesetzt werden kann. Die Entwicklung einer solchen Plattform ist eine langfristige, strategische Investitionsentscheidung. Ihr sollte eine Digitalisierungsstrategie zugrunde liegen, die bedenkt, wofür man die Plattform einsetzen will. Also etwa: Wer hat die Hoheit über die gewonnenen Daten? Wie, von wem und gegebenenfalls zu welchem Preis dürfen diese genutzt werden? Die lokalen Akteure wie Bürgerinnen und Bürger, Vereine, Körperschaften, Unternehmen, Politik und Verwaltung sollten in die Gestaltung eingebunden sein. Wie können die Daten für mehr Ressourceneffizienz, für die Reduktion von Schadstoffen und anderen Emissionen oder generell für nachhaltiges Wirtschaften eingesetzt werden? 

Sie empfehlen Standards für kommunale Datenplattformen – warum?

Nur auf der Grundlage offener, globaler Standards können Smart-City-Plattformen nachhaltig Anschlussfähigkeit und Datensouveränität gewährleisten. Weitere Systeme können über standardkonforme Schnittstellen einfach angeschlossen, Interoperabilität mit anderen kommunalen Datenplattformen kann gewährleistet werden. Und Interoperabilität hat noch eine weitere Dimension: Nicht zuletzt geht es um die Lesbarkeit der Daten, die sogenannte „Datensemantik“. Außerdem kann Standardisierung die technische Komplexität im Zusammenspiel der Systeme reduzieren, Datenaustausch vereinfachen und Herstellerabhängigkeit vermeiden. Die Standards schaffen Klarheit für die technische Weiterentwicklung und sorgen für Investitionssicherheit. Das ist am Ende sowohl ökonomisch als auch ökologisch die vernünftige Lösung.

Welche Lösung bietet msg in Bezug auf kommunale Datenplattformen an? 

Wir bieten eine interoperable Datenplattform auf Basis von globalen Standards bei einer frei wählbaren Infrastruktur, außerdem Dienste zur Datenanalyse sowie generell die technische Beratung und die Integration. Dabei können wir das Wissen und die Dienste aus unterschiedlichen Branchen abrufen. Und bei unserer Lösung bleibt die Hoheit über die Daten und die Dienste bei der Kommune. Das macht unsere Lösung aus. 

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