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Auf den ersten Blick scheint Kopenhagen seine Smart City Entwicklung etwas radikaler an den Bedürfnissen der Menschen und dem Erhalt des Ökosystems auszurichten als an Kosteneffizienz und interurbaner Wettbewerbsfähigkeit.

Martine R. Kildeby 

ist Global Network Manager bei BLOXHUB, einer non-Profit Organisation der Stiftung RealDania, des dänischen Wirtschaftsministeriums und der Stadt Kopenhagen zum Aufbau eines weltweiten Netzwerks zur Förderung der digitalen Transformation von Städten.  

Stefan Slembrouck 

Fachexperte für die Ethik der Smart City und zuständig für internationale Kooperationen.


Bei näherem Hinsehen führt die grüne Transformation aber zu nachhaltigen Investitionen, verbesserter Lebensqualität und höherer gesellschaftlicher Resilienz und damit zu einer nachhaltigeren Volkswirtschaft. Darum will Kopenhagen auch ein Reallabor für GRÜNE MOBILITÄT umsetzen, in der die Menschen künftig ihren Alltag im Radius von fünf Gehminuten leben können, mit sauberer Luft, weniger Lärm, mehr Lebensqualität und Null CO2-Ausstoß bis 2025: eine „Stadt-im-menschlichen-Maß“.  

Eine kürzlich vom Stadtparlament verabschiedete Mobilitätsinitiative führt zu einer drastischen Reduzierung des Autoverkehrs in der Innenstadt und erhöhter Nutzung des U-Bahn-Rings. Die Parkplätzen machen Platz für Fußgänger und Radfahrer und grüne Verkehrsinseln. Überhaupt das Fahrrad: es ist Dreh- und Angelpunkt der urbanen Transformation. Nicht nur ist es ein leises und emissionsfreies Fortbewegungsmittel, es spart auch extrem viel Platz und fördert die Gesundheit und das psychische Wohlbefinden der Menschen, aktiver wie „passiver“ Radfahrer. In Dänemark genießt das Fahrrad schon seit langem einen hohen volkswirtschaftlichen Stellenwert mit mittlerweile einem positiven Return-on-Invest. Das Fahrrad prägt Kopenhagen nicht nur als omnipräsentes Verkehrsmittel. Mit den Radwegen als architektonischem Element werden urbane Räume – ganz im Sinne des Stadtarchitekten Jan Gehl – „auf Augenhöhe“  gestaltet, um den Menschen mehr Sicherheit zu vermitteln und die Aufenthaltsqualität und damit ihr Wohlbefinden zu verbessern. Ein Beispiel hierfür ist die Bycicle Snake (Fahrradschlange), die einem alten Hafengelände in leuchtendem Orange und sanft geschwungener Leichtbaustruktur, sechs Meter über Boden und  Wasser schwebend, eine jugendliche Dynamik verleiht. Eingeweiht in 2014 wurde sie bald ein Magnet für immer mehr Radfahrer und auch Touristen. Sie wird inzwischen jeden Tag von 12.000 Radlern genutzt, die damit 380 Stunden Pendelzeit  einsparen, den Verkehr täglich um 1.400km  und den CO2-Ausstoß jährlich um 87t reduzieren. Und die Fußgänger – die „passiven“ Radfahrer – profitieren davon, dass die Brücke sie vor Radschnellfahrern schützt.

Der Rest ist „Sharing“: das digitale Angebot vernetzter Mobilität. Das mit BLOXHUB verbundene Startup Cogo bündelt seit dem letzten Jahr alle Sharing-Angebote zur Nutzung von elektrischen Verkehrsmitteln von 160 Anbietern in weltweit 500 Städten in einer einzigen App. – Was ist aber mit den Personen, die nicht digital kommunizieren können oder wollen? Seit 2014 wird in Dänemark die Kommunikation aller Behörden digital über eine Plattform gemanagt, an die sich alle Bürger*innen anschließen müssen. Ausnahmen werden genehmigt, aber die Menschen haben diese sanfte digitale Revolution mitgetragen und profitieren heute von den immensen Möglichkeiten neuer Mobilitätsangebote und der Smart City Entwicklung.

Auch deutsche Städte sollen davon profitieren können. BLOXHUB kooperiert mit dem Bundesverband Smart City e. V. , um die Erfahrungen von Kopenhagen  und weltweit führender Smart City Lösungen mit deutschen Städten und Metropolregionen zu teilen.

Sie möchten mehr erfahren?

Weitere Informationen finden Sie unter bundesverband-smart-city.org und bloxhub.org.

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COMPANY CARS

Die nächsten zehn Jahre könnten die Mobilität mehr verändern als die 100 Jahre davor. Aber wohin geht die Reise?

Eine Kernfrage ist, ob wir, die Gesellschaft und jeder Einzelne, weiter Anspruch und Bedürfnis nach grenzenloser individueller Mobilität im eigenen Fahrzeug haben werden. Dass ich heute nach Hamburg oder München oder Barcelona fahren kann, mit vielleicht nur einem kurzen Tankstopp, ist Freiheit pur. Persönliche und unternehmerische, denn auch der Außendienst hat diese Möglichkeiten mit seinem Dienstwagen.

Dafür gibt es derzeit keine bessere und günstigere Alternative zum Diesel. Denn das Auto bringt mich von Punkt zu Punkt, also von zu Hause oder von der Firma direkt zum Zielort. Nutze ich die vernetzten öffentlichen Systeme, muss ich verschiedene Verkehrsträger nutzen, mich damit beschäftigen, umsteigen, warten und womöglich meinen Musterkoffer zigmal umpacken.  Das muss man wollen.

Sollten wir die individuellen Fahrzeuge dann nicht einfach umweltfreundlicher machen und in alternative Antriebe investieren? Das wäre eine Lösung, wenn man es richtig macht. Dann kann alles bleiben, wie es ist, nur der Ressourcenverbrauch sinkt. Das geht mit batterieelektrischen Fahrzeugen, wenn denn die Reichweiten stimmen, die Tankzeiten kürzer werden und die Batterien sowie der Strom selbst möglichst umweltfreundlich hergestellt werden. Das geht auch mit Wasserstoff, trotz der enormen Energieverluste bei der Umwandlung, wenn Ökostrom im Überfluss geschaffen wurde und eine vernünftige Tankinfrastruktur vorhanden ist.  Die Themen Flächenverbrauch, innerstädtische Bodenversiegelung und nerviger Parksuchverkehr (bis zu 50 Prozent des innerstädtischen Gesamtverkehrs) sind davon aber unberührt.

Autonome Fahrzeuge, gerne dann auch elektrisch, könnten die Lösung unserer Probleme sein. Denn wenn ich von und zu meinem Zielort ein vollautonomes Auto nutzen kann, das obendrein selbstständig zum Parken fährt und mich dort abholt, wo ich gerade bin, könnten sich viele Menschen vielleicht vom eigenen Auto lösen. Lange Strecken würden dann mit der Bahn zurückgelegt, lokal würde individuell autonom gefahren. Eine Frage dabei: Wird die notwendige Intelligenz – wie jetzt auch – im Fahrzeug sitzen, oder braucht es dafür eine aufwendige neue Infrastruktur, was den ganzen Prozess massiv verzögert und wieder einmal den ländlichen Raum von den Neuerungen ausschließt, wie jetzt bereits bei schnellem Internet und LTE.

Fest steht: Die Mobilität der Zukunft ist ein extrem spannendes und vor allem ein politisches Thema. Denn Menschen und Unternehmen werden auch über Steuern geführt. Mit der 0,5-Prozent-Regelung auf Elektrofahrzeuge hat die Regierung einen großen Anreiz gesetzt und damit das politisch Gewollte finanziell gefördert. Es bleibt abzuwarten, wie Mensch und Markt reagieren – viele Fuhrparkleiter werden schon jetzt zunehmend mit dem Wunsch nach dem steuerlich begünstigten Elektroauto konfrontiert und müssen entscheiden, ob und wie es in die Car-Policy passt. Es herrscht hier ein riesengroßer Informationsbedarf, der von den Fachmedien und vor allem Fachmessen bedient werden muss – denn gerade auf Netzwerkveranstaltungen profitieren alle Beteiligten vom konkreten Erfahrungsaustausch.

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