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Der Zulieferer Freudenberg Sealing Technologies bereitet sich auf das Zeitalter der Elektromobilität vor. Ein Gespräch mit Claus Möhlenkamp, Vorsitzender der Geschäftsleitung.

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Claus Möhlenkamp

Vorsitzender der Geschäftsleitung, Freudenberg Sealing Technologies

Steht der Durchbruch des Elektroautos unmittelbar bevor?

Ob der Durchbruch 2019 oder 2024 kommt, ist gar nicht so wichtig. Als Familienunternehmen schauen wir sehr weit in die Zukunft. Unseren Prognosen zufolge werden bis zum Jahr 2050 – dem Jahr, in dem die Klimaziele des Pariser Klimaschutzabkommens erreicht werden sollen – 90 Prozent aller Fahrzeuge elektrisch, als Plug-in-Hybrid oder mit der Brennstoffzelle betrieben. Insbesondere für den Langstrecken- und Güterverkehr ist die Brennstoffzelle eine echte Alternative. Der Wasserstoff kann direkt aus Solar- und Windstrom gewonnen werden und dient dabei sogar der Stabilisierung des Energiesystems. Es wäre fahrlässig, nicht bereits jetzt zu handeln. Denn momentan entfallen rund zwei Drittel unseres Umsatzpotenzials auf Verbrennungsmotor, Getriebe und Kraftstoffsystem.

Was tun Sie konkret, um sich auf den Wandel in der Antriebstechnik vorzubereiten?

Zunächst haben wir unsere Komponenten in der Dichtungs- und Werkstofftechnik in die neue Antriebswelt übertragen und dafür drei Fokusapplikationen definiert: den Elektroantrieb, die Batterie und die Brennstoffzelle. Für alle drei Themenfelder entwickeln und produzieren wir heute bereits Serienkomponenten, etwa Dichtungen für Batteriegehäuse.

Wie kompensieren Sie den drohenden Verlust an Wertschöpfung?

Schon heute sind wir Innovationspartner unserer Kunden mit Materialien und Komponenten für Batteriesysteme und Brennstoffzellen. Deshalb liegt es nahe, dass wir mit unseren Kernkompetenzen auch bei Dichtungen, Bipolarplatten und Gasdiffusionsschichten mehr leisten können, als nur klassischer Komponentenlieferant zu sein. Dank dem Zukauf von System- und Integrationskompetenz Anfang 2018 können wir zukünftig unseren Kunden einen kompletten Brennstoffzellen-Stack liefern. Dieser soll Ende 2019 verfügbar sein.

Planen Sie den Einstieg in die Batterie- oder Brennstoffzellenproduktion?

Neben der angesprochenen Akquisition in der Brennstoffzellentechnik haben wir uns an der US-amerikanischen Firma XALT Energy beteiligt, die großformatige Lithium-Ionen-Batteriezellen, -Module und -Systeme für den Einsatz in schweren Nutzfahrzeugen, für Stadt- und Transitbusse, für die Marineindustrie sowie für weitere industrielle Anwendungen produziert. Das Unternehmen beherrscht von der Zellfertigung und Kühlung über die Montage bis zur Software für das Batteriemanagement alle Prozessschritte. Das Know-how, das wir in solchen Spezialmärkten gewinnen, wollen wir zukünftig auch für die Entwicklung von Großserienkomponenten für Pkw nutzen.

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