Fortschrittliche Technologie steht im Zentrum der Verteidigungsinnovation. Doch der Erfolg erfordert auch abgestimmte Finanzierung, agile Beschaffung und industrielle Kapazität, um Lösungen schnell zu skalieren.

Dr. Dennis Göge
Chief Executive and Vice President, Europe, Lockheed Martin
„Innovation mit Tempo“ ist inzwischen eine Formulierung, die in nahezu jedem Strategie-Dokument innerhalb der NATO auftaucht. Aus Sicht der Industrie geht es dabei jedoch nicht einfach darum, sich schneller durch bestehende Prozesse zu bewegen. Es erfordert, die Voraussetzungen zu schaffen, die eine rasche Anpassung ermöglichen, bevor eine formale Anforderung ausgegeben wird.
Eine Möglichkeit, mit der Lockheed Martin sicherstellt, dass seine stark nachgefragten Fähigkeiten schneller und in größerer Menge gefertigt werden können, sind Projekte zur Koproduktion mit seinen Industriepartnern. So plant Lockheed Martin derzeit beispielsweise gemeinsam mit dem Technologiekonzern Rheinmetall die Schaffung eines Joint Ventures in Deutschland für die Fertigung von ATACMS-Flugkörpern.
„Kooperationen werden der Schlüssel sein, um das Fertigungstempo zu erhöhen und damit starke Bestände sowie Versorgungssicherheit in ganz Europa zu gewährleisten“, erklärt Göge. „Ein hervorragendes Beispiel ist die F-35. 25 Prozent der Wertschöpfung des F-35-Programms wird in Europa generiert. Unter anderem arbeiten wir mit Rheinmetall in Deutschland, Patria in Finnland und BAE Systems im Vereinigten Königreich zusammen, um wesentliche Bestandteile jeder weltweit verkauften F-35 herzustellen. Mit Leonardo betreiben wir zudem eine F-35-Endmontage- und Kontrollanlage (FACO) in Cameri, Italien.“
Den Weg vom Konzept zum Einsatz verkürzen
Digital Engineering ist ein weiteres zentrales Element rascher Anpassung. Tatsächlich hat das Unternehmen immer wieder gezeigt, dass digitale Entwicklung es Konstruktions-, Fertigungs- und Instandhaltungsteams ermöglicht, aus einer gemeinsamen Datenumgebung heraus zu arbeiten – wodurch Nacharbeit reduziert, Tests beschleunigt und der Weg vom Konzept zum Einsatz verkürzt werden. Sein strategischer Investmentarm, Lockheed Martin Ventures, arbeitet mit mehr als 120 Unternehmen weltweit zusammen, um aufkommende Technologien zu entwickeln, die die nächste Generation von Verteidigungs- und Luftfahrtfähigkeiten prägen werden. Seit Sommer 2026 wird mit der Schaffung von LM Ventures Europe auch der besonderen Dynamik in der Region Rechnung getragen.
Um sicherzustellen, dass kommerziell abgeleitete Fähigkeiten rasch in Verteidigungsprogramme integriert werden können, ist das Unternehmen auch führend bei der Entwicklung und Einführung von Cloud-Computing, 5G, Autonomie, Datenanalyse – und KI. Tatsächlich arbeitet das Unternehmen seit Jahrzehnten mit KI, um seine Systeme intelligenter, sicherer und stärker vernetzt zu machen.
KOOPERATIONEN WERDEN DER SCHLÜSSEL SEIN,
UM DAS FERTIGUNGSTEMPO ZU ERHÖHEN
UND DAMIT STARKE BESTÄNDE SOWIE
VERSORGUNGSSICHERHEIT IN GANZ
EUROPA ZU GEWÄHRLEISTEN.
„Letztlich geht es bei Innovation mit Tempo weniger darum, einzelne Programme zu beschleunigen, als vielmehr darum, ein Verteidigungsökosystem zu schaffen, das sich kontinuierlich weiterentwickeln kann“, sagt Dr. Göge. „Erfolgreich werden jene Organisationen sein, die früh investieren, kontinuierlich experimentieren und beim Problem des Kunden mit Lösungen ankommen, die sich bereits in Entwicklung befinden – anstatt auf ein Dokument mit Anforderungen zu warten.“