In modernen militärischen Operationen müssen Missionsinformationen zwischen unterschiedlichsten Kommunikationspartnern ausgetauscht werden – vertraulich verfügbar und manipulationsgeschützt. Yaroslaw Medyany, Lead Community of Practice Data-Centric Security (DCS) bei infodas, erklärt wie dies vom Rechenzentrum bis an den „Tactical Edge“, also das Einsatzgebiet, gelingen kann.

Yaroslaw Medyany
Lead Community of Practice Data-Centric Security (DCS)
bei infodas
Herr Medyany, wann werden Daten zum taktischen Vorteil?
Wenn berechtigte Personen und Systeme zum richtigen Zeitpunkt auf die richtigen Daten zugreifen können. Und zwar unabhängig vom geografischen Standort oder Netzwerk. Am „Tactical Edge“ ist das anspruchsvoll. Einsatzkräfte, Sensoren und Plattformen erzeugen Informationen. Andere Kommunikationspartner müssen auf diese Daten zugreifen. Dabei arbeiten sie oft räumlich getrennt und nutzen unterschiedliche IT-Systeme.
Wie lässt sich eine solche Interoperabilität ermöglichen?
Wenn die Information von verschiedenen Kommunikationspartnern gelesen werden soll, müssen alle eine einheitliche „technische Sprache“ sprechen: Datenformate, Netzwerkprotokolle und kryptografische Algorithmen. Herstellerneutrale Standards schaffen dafür die Grundlage. So kann eine Einheit Daten mit dem IT-System des Herstellers A kennzeichnen. Eine andere Einheit, auch die einer anderen Nation, kann diese gekennzeichneten Daten mit ihrem eigenen IT-System des Herstellers B prüfen und auf sie zugreifen. Kommunikation wird ermöglicht, gleichzeitig sinkt die Abhängigkeit von Plattformen und Anbietern.
BEIM INFORMATIONSAUSTAUSCH
ZWISCHEN ORGANISATIONEN
UND MISSIONSRELEVANTEN
SYSTEMEN BENÖTIGEN WIR MASSNAHMEN,
DIE JEDE EINZELNE
INFORMATION SCHÜTZEN.
Welche Maßnahmen helfen dabei, die Kommunikation abzusichern?
Beim Informationsaustausch zwischen Organisationen und missionsrelevanten Systemen benötigen wir Maßnahmen, die jede einzelne Information schützen. Sogenannte Data-Centric Security-Maßnahmen (DCS) verschlüsseln Daten, lassen uns sie kennzeichnen und ermöglichen uns Regelwerke aufzustellen, wer auf diese Daten zugreifen darf. Dies ist zusätzlich zum „klassischen“ Schutz der IT-Systeme und -Netzwerke notwendig.
Wie lässt sich der DCS-Ansatz praktisch umsetzen?
Organisationen brauchen einen Überblick über ihre Datenflüsse und Kommunikationspartner. Sicherheitsfunktionen müssen von Produkten geliefert werden, die sich zum Beispiel an NATO-Standards halten. Das ermöglicht einen sicheren Datenaustausch und bringt damit entscheidende taktische Vorteile.
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