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Future of Defence

VERNETZT UND RESILIENT: Gesamtgesellschaftliche Sicherheit auf dem Prüfstand

Fotos: AFCEA Bonn e.V.

Armin Fleischmann

Vorsitzender AFCEA Bonn e. V.

Foto: Bundeswehr

In einer vernetzten Welt mit steigenden Angriffen und Krisen benötigt Deutschland ein handlungsfähiges Sicherheitssystem: ressortübergreifend, digital vernetzt und resilient. Ziel ist es, bis spätestens 2030 die Grenzen im Sicherheitsökosystem einer gesamtgesellschaftlichen Verantwortung aufzubrechen, denn Sicherheit entsteht nicht in Silos. Deutschland hat die Fähigkeiten — was fehlt, ist ihre Verkettung.

Wie ein integriertes Gesamtbild von Sicherheit für die Zeit vor, während und nach Krisen aussehen kann, entwickelt die AFCEA-Studie „Gesamtstaatliches Sicherheitsökosystem 2030“. Aus 50 Interviews mit Experten unter anderem mit Betreibern kritischer Infrastruktur, Verteidigung oder Katastrophenschutz zeigt sich ein Deutschland mit Lösungen und Potenzialen. Zusammen mit dem Vergleich mit den Niederlanden, Estland, Finnland und der Ukraine sowie einer Online-Befragung entwickelt die Untersuchung 30 Vorschläge für mehr Handlungsfähigkeit.

Für die gesamtstaatliche Verteidigung ist vernetztes Denken und sicheres Handeln unerlässlich. Das kann keine Organisation allein, sondern benötigt viele staatliche und gesellschaftliche Akteure. Es ist gleichzeitig nicht damit getan, nur darüber zu denken, sondern eben auch zu handeln. Gesamtstaatlich verteidigungsfähig zu werden, ist viel Arbeit, für die wir nur wenig Zeit haben.

Die Frage, wie Sicherheit heute organisiert ist, hängt stark davon ab, welche technologischen Elemente, Wirkzusammenhänge und Ordnungsprinzipien erforderlich sind, um Sicherheit, Resilienz und Handlungsfähigkeit gesamtstaatlich künftig wirksam mit welchen Technologien und Lösungen zu ermöglichen. Wirksame gesamtstaatliche Sicherheit setzt nicht nur institutionelle Leistungsfähigkeit voraus, sondern auch auf gesellschaftliche Akzeptanz, Vertrauen, Mitwirkung und vorbereitetes Verhalten der Bevölkerung, ohne die staatliche Maßnahmen ihre Wirkung nicht entfalten können. Bei gesamtstaatlicher Verteidigung müssen wir immer mit Fähigkeiten und Technologien das Zusammenwirken staatlicher, ziviler, militärischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Akteure koordinieren und resilient sicherstellen. Fähigkeiten und Technologien sind essenzieller Teil von Sicherheit, Handlungsfähigkeit und Widerstandskraft des Staates vor, während und nach Krisen und Konflikten.

Ein solches Zusammenspiel – nennen wir es gesamtstaatliches Sicherheitsökosystem – ermöglicht frühere Lageerkennung, bessere und schnellere Entscheidungen sowie wirksameres Handeln über Organisations-, Ressort- und Ebenengrenzen hinweg, weil Fähigkeiten, Rollen und Technologien systemisch gekoppelt statt einzeln optimiert werden. In der Umsetzung moderner Verteidigungsfähigkeit benötigt es mehr Kooperation statt Bürokratie. Digitale Resilienz ist längst Teil der Abschreckungs- und Verteidigungslogik.

FÜR DIE GESAMTSTAATLICHE VERTEIDIGUNG IST VERNETZTES DENKEN UND SICHERES HANDELN UNERLÄSSLICH.

Der Bonner IT-Dialog am 7. und 8. Oktober 2026 im Maritim Bonn bringt unter der Schirmherrschaft von Mona Neubaur, Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie sowie stellvertretender Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen, alle Player zusammen, die im gesamtstaatlichen Sicherheitsökosystem in Verantwortung stehen: Hier vernetzen sich Streitkräfte, Politik und Verwaltung, Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben sowie der Zivilschutz, Betreiber Kritischer Infrastrukturen, Industrie und Technologieunternehmen sowie die Zivilgesellschaft. Denn Sicherheit entsteht nicht im Silo.

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