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Wohnen der Zukunft: Wie smarte Technik Lebensqualität schafft

Foto: Shutterstock, 2556756277

Smart, nachhaltig und intuitiv – so beschreibt Simon Oberstedt (@simon42) das Zuhause der Zukunft. Im Interview erklärt er, warum die Zukunft des Wohnens in offenen Standards und lernfähigen Systemen liegt.

Simon Oberstedt

YouTube Creator, Smart Home & Home Assistant Experte

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Was bedeutet für dich ein „smartes Zuhause“ – geht es dabei eher um Technik oder um mehr Lebensqualität?

Für mich steht ein smartes Zuhause in erster Linie für mehr Lebensqualität – die Technik ist dabei nur das Werkzeug. Eigentlich sollte sich das Zuhause an seine Bewohner anpassen, nicht umgekehrt. Wenn Technologie Aufgaben übernimmt, die Atmosphäre verbessert und intelligent auf individuelle Bedürfnisse reagiert, entsteht echter Komfort. Ich möchte nicht ständig Schalter oder Apps bedienen, sondern erleben, dass alles intuitiv funktioniert. Das beste Smart Home ist das, das man kaum bemerkt – weil es zuverlässig arbeitet, den Alltag erleichtert und dabei einfach guttut.

Welche ersten Schritte empfiehlst du Einsteiger:innen, die ihr Zuhause smarter gestalten möchten, und wie lassen sich smarte Lösungen praktisch umsetzen?

Ich rate immer dazu, klein zu beginnen – mit einem konkreten Alltagsproblem. Welche Routinen nerven oder kosten Zeit? Vielleicht sollen morgens automatisch die Rollläden hochfahren, die Kaffeemaschine vorgewärmt sein oder die Heizung herunterregeln, wenn niemand zu Hause ist. Wer mehr als ein einzelnes Gerät steuern möchte, sollte früh über eine zentrale Plattform nachdenken. Eine smarte Beleuchtung ist ein idealer Einstieg, gefolgt von Heizungs- oder Rollladensteuerung. Wichtig ist die Kommunikation zwischen den Geräten: Offene Standards wie WLAN oder Matter sind die Grundlage, um unabhängig zu bleiben. Proprietäre Cloud-Lösungen machen langfristig unflexibel.

Auch ältere Menschen können von Smart-Home-Lösungen profitieren – vor allem durch Sprachsteuerung.

Wenn mir mein Zuhause meldet: „Dein Heizverbrauch ist gestiegen – soll ich die Temperatur testweise anpassen?“, ist das kein technisches Gadget mehr, sondern echte Unterstützung im Alltag. Das Ziel sollte immer sein: einfache Bedienung, sinnvolle Automatisierung, spürbarer Nutzen.

Du arbeitest viel mit offenen Smart-Home-Systemen wie Home Assistant. Was macht solche Lösungen besonders attraktiv?

Der größte Vorteil liegt in Kontrolle, Flexibilität und Zukunftssicherheit. Offene Systeme laufen lokal, nicht in der Cloud – ich behalte also die Hoheit über meine Daten. Ich kann Geräte verschiedenster Hersteller integrieren, alles auf einer Plattform steuern und individuell anpassen. Selbst wenn ein Anbieter den Support einstellt, funktioniert mein System weiter. Natürlich ist der Einstieg komplexer, gerade wenn man nur ein einzelnes Gerät steuern möchte. Dann reicht meist das vorhandene System – wichtig ist nur, auf offene Schnittstellen zu achten, um später ausbauen zu können. Wer jedoch langfristig das gesamte Zuhause vernetzen will, wird an offenen Systemen kaum vorbeikommen. Sie bieten die Freiheit, Technik wirklich nach den eigenen Bedürfnissen zu gestalten – und nicht nach den Vorgaben eines Herstellers.

Inwiefern kann smarte Technologie helfen, Energie zu sparen und nachhaltiger zu wohnen?

Smart Homes sind ein Schlüssel zu nachhaltigem Wohnen. Eine intelligente Heizungssteuerung kann den Energieverbrauch um 15 bis 30 Prozent senken. Wenn zusätzlich Rollläden automatisiert werden, um Sonnenwärme zu nutzen oder Hitze abzuschirmen, lässt sich der Heiz- und Kühlbedarf weiter reduzieren. So reagiert das Zuhause aktiv auf Wetter und Gewohnheiten. Auch wenn Geräte im Standby etwas Strom verbrauchen, überwiegen die Einsparungen deutlich. Nachhaltigkeit entsteht, wenn Energie gezielt eingesetzt wird – nicht mehr, sondern klüger.

Welche Entwicklungen werden deiner Meinung nach das Wohnen der Zukunft besonders prägen?

Ich sehe drei große Trends. Erstens: den Abschied von geschlossenen Hersteller-Ökosystemen. Immer mehr Menschen wollen flexibel bleiben und sich nicht auf eine Marke festlegen. Zweitens: Energieoptimierung. Angesichts steigender Kosten wird das Smart Home zunehmend zum Werkzeug, um Ressourcen effizient zu nutzen. Und drittens: der Einzug von Künstlicher Intelligenz. KI-basierte Systeme lernen unser Verhalten, erkennen Muster und treffen eigenständig Entscheidungen – oder schlagen Verbesserungen vor, auf die wir selbst nie gekommen wären.
Allerdings muss KI verständlicher werden. Denn die scheinbar plausiblen Antworten solcher Systeme sind nicht immer richtig. Man sollte genau wissen – oder wissen lassen –, wie die Technologie funktioniert, bevor man ihr Verantwortung überträgt.

Die Zukunft des Wohnens ist intelligent, aber sie braucht weiterhin menschliche Kontrolle, Achtsamkeit und Verständnis.

Schauen Sie bei Simons YouTube-Kanal vorbei!

Der Technik & Smart Home Kanal mit Infos, Tutorials und interessanten Reviews rund um Home Assistant.

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