Es erfüllt nicht nur das semantische Kriterium, nämlich Finanzdienstleistung (Fin) mit Technologie (Tech) zu verbinden – es zeigt darüber hinaus, dass digitale Transformation kein Selbstzweck sein muss.

So ist eine Entwicklung schließlich nur dann sinnvoll, wenn in ihrem Zuge Probleme erkannt und Lösungen angeboten werden, die dem Nutzer Vorgänge erleichtern. Beim Handel mit Wertpapieren, einem globalen Riesenmarkt, der nach einer elektronischen Abwicklung förmlich schreit, ist das definitiv der Fall. Besonders deutlich wird das beim Trading, einem Bereich innerhalb des Wertpapierhandels, der nicht nur für den Anleger selbst, sondern auch für den Broker äußerst anspruchsvoll ist.

Eine sichere Infrastruktur, eine schnelle Ausführung – das wird vom Trader wie selbstverständlich vorausgesetzt, gerade weil für ihn und den Erfolg seiner Transaktionen Sekunden entscheidend sein können. Die über die Jahre stetig hektischer gewordenen Kapitalmärkte und die in diesem Zuge zugenommene Volatilität erfordern die Fähigkeit schnell reagieren zu können. Gerade beim Trading lautet das Motto „Zeit ist Geld“.

So bleiben dem Kunden neben dem Angebot gerade im Trading-Bereich die Kosten besonders wichtig, haben sie doch einen entscheidenden Einfluss auf die Rendite.

Im Zuge der Fintech-Revolution wurden aber nicht nur infrastrukturelle Herausforderungen gemeistert, es wurde auch einer breiteren Masse ein größeres Angebot an Instrumenten ermöglicht. Nehmen Sie die Contracts for Difference, kurz CFDs, die unter anderem so erfolgreich sind, weil sie dank eines Hebelmechanismus auch Privatanlegern ein Risikomanagement ermöglichen, das zuvor institutionellen Investoren wie Großbanken vorbehalten war.

Im ersten Quartal 2016 verzeichnete die Branche in Deutschland beim Volumen der hierzulande gehandelten Differenzkontrakte ein Plus von 8,2 Prozent auf 504,3 Milliarden Euro, die Zahl der CFD-Konten stieg sogar um knapp 27 Prozent auf 139.932 – ohne Fintech, ohne die Entwicklung im Online-Brokerage wäre solch eine Errungenschaft nicht vorstellbar.

Der Mensch bleibt als Faktor wichtig

Es bleibt allerdings festzuhalten, dass die Vorzüge der digitalen Transformation die Fintech-Unternehmen nicht von ihrer Pflicht befreien, den traditionellen Gesetzmäßigkeiten des Wettbewerbs nachzukommen.

So bleiben dem Kunden neben dem Angebot gerade im Trading-Bereich die Kosten besonders wichtig, haben sie doch einen entscheidenden Einfluss auf die Rendite. Aber auch hier zeigt die digitale Transformation ihre Stärken: Im Laufe der Zeit haben sich die Gebühren immer mehr im Sinne des Anlegers entwickelt, nämlich nach unten.

Last but not least haben die meisten Fintechs im Bereich Trading verstanden, dass Transparenz und Nachvollziehbarkeit nach wie vor hohe Güter sind und Vertrauen immer noch Bestandteil eines guten Verhältnisses zwischen Kunde und Anbieter ist, gerade in Finanzangelegenheiten. Nicht von ungefähr bieten erfolgreiche Brokerunternehmen ihren Kunden einen persönlichen Service an – der Faktor Mensch bleibt bei aller digitalen Transformation ein entscheidender Aspekt.