Elektroautos surren über die Straßen und sorgen für weniger Lärm und CO2-Belastung in der Stadt. Quartiere produzieren ihre eigene Energie und ihre eigenen Lebensmittel. Wirtschaftsstandorte wandeln sich und bereiten das Feld für die Jobs von morgen. Stadtteile entwickeln sich dank Bürgerengagement zu lebendigen Nachbarschaften und bieten allen Bevölkerungsgruppen ein Zuhause.

Die Herausforderungen gemeinsam angehen

Die Ideen für die Stadt von morgen sind vielfältig – sie kommen aus Wissenschaft, Politik und Gesellschaft. Gemeinsam über diese Ideen zu diskutieren und Impulse für unsere Städte zu entwickeln, das ist Ziel des Wissenschaftsjahres 2015 – Zukunftsstadt. 

Seit dem Jahr 2000 richtet das Bundesministerium für Bildung und Forschung gemeinsam mit der Initiative Wissenschaft im Dialog (WiD) die Wissenschaftsjahre aus. Jedes Jahr soll so zu einem neuen Thema der Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft gefördert werden. Dass dieses Jahr die „Zukunftsstadt“ im Fokus steht, ist vor allem der Erkenntnis geschuldet: Deutschlands Städte stehen vor großen Herausforderungen, die nur gemeinsam zu meistern sind.

Bereits heute leben drei von vier Deutschen in der Stadt. Und immer mehr zieht es in urbane Gebiete. Insbesondere Groß- und Universitätsstädte sowie ihr Umfeld stehen unter Siedlungsdruck. Täglich steigt dort der Bedarf an Wohnraum, Energie und Mobilität. Ein konträres Bild zeigt sich in strukturschwachen Regionen, wo Gemeinden verwaisen, junge Menschen abwandern und nur die ältere Generation zurückbleibt.

Impulse aus der Wissenschaft werden mit Bürgern diskutiert

Wie können Städte den Wandel bewältigen und ihre Zukunft nachhaltig und lebenswert gestalten? Die Bundesregierung hat dazu gemeinsam mit mehr als 100 Experten aus Wissenschaft, Kommunen, Wirtschaft und Zivilgesellschaft in der Nationalen Plattform Zukunftsstadt diskutiert. Die beteiligten Akteure haben ihre Vorstellungen zur Stadt der Zukunft in einer Strategischen Forschungs- und Innovationsagenda im Februar 2015 veröffentlicht.  

Auf dieser Grundlage wurde im Wissenschaftsjahr 2015 der Wettbewerb „Zukunftsstadt“ gestartet. Insgesamt 51 Städte, Gemeinden und Landkreise entwickeln gemeinsam mit Bürgern, Wissenschaft, Verwaltung, lokalen Unternehmen, Verbänden und Initiativen nachhaltige und ganzheitliche Visionen 2030+ für ihre Städte. Die Beteiligungsprozesse vor Ort sind im Sommer gestartet.

Um Bürger aller Altersklassen für das Thema Zukunftsstadt zu begeistern und aktiv einzubinden, wird im Wissenschaftsjahr darüber hinaus in zahlreichen Gesprächsrunden über Ideen für die Stadt der Zukunft und deren Umsetzung diskutiert. In Ausstellungen wie der MS Wissenschaft wird auf Entdeckungsreise in die Stadt von morgen eingeladen. Kinder und Jugendliche sind mit der Aktion „Heimatkunde“ angesprochen, sich Gedanken über die Nutzung von Brachflächen in ihrer Stadt zu machen.

„Stadtklang 2015“: Deutschlands größte Klangsammel-Aktion

Anfang August gestartet ist zudem die Aktion „Stadtklang 2015“ im Wissenschaftsjahr. Sie schafft ein Bewusstsein dafür, wie bedeutsam die Akustik einer Stadt für die Lebensqualität ihrer Bewohner ist. Bislang wird die klangliche Dimension bei der Gestaltung öffentlicher Räume meist vernachlässigt.

Hier gibt es viele Verbesserungsmöglichkeiten. Laut einer aktuellen forsa-Umfrage wünscht sich mehr als jeder zweite Bundesbürger, dass die Geräuschkulisse eines Ortes stärker in der Stadtplanung berücksichtigt werden sollte.

Bei der Aktion „Stadtklang“ sind alle Bürger bis Ende September eingeladen, selbst zu Klangsammlern zu werden und typische, angenehme oder auch störende Geräusche aus ihrer Umgebung – sei es in der Stadt oder in eher ländlichen Regionen –  mit einem Smartphone, Tablet-PC oder einem Aufnahmegerät einzufangen. Diese können dann unter www.stadtklang2015.de auf eine Klangkarte geladen, angehört und geteilt werden.

Parallel wird auf der Webseite über Hintergründe zur Lärm- und Klangforschung informiert. Experten aus der Wissenschaft kommen zu Wort und stellen beispielsweise Ergebnisse und Ziele der akustischen Stadtplanung vor. Aber auch Interessantes und Unterhaltsames rund um die tierischen Stadtbewohner, Stadthits und Musikanten haben ihren Platz. Wer zur digitalen Klangkarte beiträgt und Klänge hoch lädt, kann attraktive Sachpreise gewinnen.

www.wissenschaftsjahr-zukunftsstadt.de

www.stadtklang2015.de