Mit ihrer Initiative „Lernlabor Cybersicherheit“ gibt die Fraunhofer Academy, die Weiterbildungseinrichtung der Fraunhofer-Gesellschaft, neustes Wissen aus der Forschung praxisnah an Unternehmen weiter.

Dass der Bedarf an gut ausgebildetem IT-Sicherheitspersonal groß ist, aber nicht gedeckt werden kann, bestätigt auch die neue Fraunhofer-Studie „Digitale Kompetenzen – Anspruch und Wirklichkeit“, durchgeführt vom Marktforschungsunternehmen Skopos.

Fehlende Fachkräfte

Die Umfrage hat die relevanten Kompetenzen für die Gestaltung des digitalen Wandels im beruflichen Umfeld erhoben. Demnach halten 71 Prozent aller befragten Fach- und Führungskräfte aus Technologieunternehmen die Cybersicherheit und digitale Souveränität für relevant bis sehr relevant, um den digitalen Wandel zu gestalten. Ein Drittel der Befragten sieht diese Kompetenzen im eigenen Unternehmen jedoch als zu wenig vorhanden.

Modular und berufsbegleitend

Die Fraunhofer Academy will diesem Kompetenz- und Fachkräftemangel zeitnah und effektiv entgegenwirken und bietet mit dem Lernlabor Cybersicherheit ein modulares, berufsbegleitendes Weiterbildungskonzept an. So forschen beispielsweise Fraunhofer-Institute an neuen Abwehrtechnologien gegen Hackerangriffe – und vermitteln die gewonnenen Erkenntnisse im Lernlabor Cybersicherheit an Fach- und Führungskräfte.

Die Weiterbildungsinitiative zeichnet sich dabei durch zwei Merkmale aus: das praxisnahe Schulungskonzept mit Laboren, Simulationen und Anwendungsfällen und die große Bandbreite an Wissensgebieten der IT-Sicherheit, die die Fraunhofer-Institute und Partnerhochschulen abdecken können.

Umfangreiches Seminarangebot

Die Schulungsthemen reichen dabei von IT-Sicherheitsstrategien über Sicherheitsaspekte neuer Technologien wie Blockchain und IoT bis hin zur Analyse von Angriffen und IT-Forensik – alle mit dem Ziel, dass Mitarbeiter in Unternehmen Verständnis und Fachkompetenz zu IT-Sicherheit aufbauen, um mit neuen Bedrohungslagen richtig umzugehen. Durch die Vernetzung von Produktionsanla­gen ergeben sich für Unternehmen viele neue Chancen: Automatisierungsaufgaben werden über Systeme aus der Cloud gelöst, Anlagen und Systeme kommunizieren selbstständig miteinander, von der Ferne aus werden Wartungen durchgeführt. Sie eröffnet aber auch neue Angriffsmöglichkeiten für Cyber­kriminelle.

Authentische Arbeitsumgebungen

Damit die Umsetzung von Industrie 4.0 sicher und erfolgreich wird, ist IT-Security-Wissen auf allen Ebenen der Organisation notwen­dig. Deshalb wird auch das Management über mögliche Bedrohungen in den Schulungen aufgeklärt, um Secu­rity-Lücken schneller zu erkennen und richtig auf sie zu reagieren. Fachkräfte und Anwender erleben in den Lernlaboren authentische Arbeitsumgebungen und simulierte Anwendungsfälle. Dort entwickeln sie geeignete Lösungsstrategien und eignen sich so praxisnah das technische Wissen für eine sichere vernetzte Produktion an.

Ermittlungen im Darknet

Es gibt aber nicht nur die Herangehens­weise, Angreifer aus den eigenen Systemen fernzuhalten. Möglich ist auch, sie in anderen Domänen aufzuspüren. Das lernen die Teilnehmer zum Beispiel im Seminar „Ermittlungen im Darknet“. Im Darknet können User kommunizieren, ohne dabei Spuren zu hinterlassen. Deshalb gilt es als ein Verstärker für freien Meinungsaustausch – aber auch als Hort illegaler Handlungen.

Wer Kriminalität bekämpfen will, sollte diese zugrunde liegenden Strukturen verstehen. Ermittler, Strafverfolger, Forensiker, aber auch Journalisten müssen mit diesem Thema vertraut gemacht werden, um Aktivitäten und Meldungen zum Darknet zu verstehen und korrekt zu bewerten. Das Einführungsseminar bietet grundlegendes Wissen zu dieser Thematik und führt auch in Kryptowährungen wie Bitcoin oder die Blockchain-Technologie ein. 

Mehr Informationen zum  Weiterbildungsangebot der Fraunhofer Academy gibt es auf der IT-Security-Messe it-sa in Nürnberg (Halle 10.0, Stand 10.0-110) oder unter www.cybersicherheit.fraunhofer.de.