Den Designer begeistert heute dieser Werkstoff wegen seiner schier grenzenlosen Gestaltungsfreiheit, die sowohl ein konventionelles als auch funktionales und futuristisches Design erlaubt. Universell sind Polyurethane jedoch nicht nur hinsichtlich ihrer Eigenschaften, die sich in weiten Bereichen anwendungsspezifisch einstellen lassen, sondern auch in Bezug auf ihre Verarbeitung.

Dem Verarbeiter steht nämlich wiederum dabei eine große Palette an Polyurethansystemen zur Verfügung, die ihm von Rohstofflieferanten oder Systemhäusern – auch mit spezifisch auf seinen Bedarf abgestimmten Eigenschaften – angeboten werden.

Schaumkunststoffe und Polyurethane

Polyurethan-Kunststoffschäume haben zudem seit Mitte des 20. Jahrhunderts die Palette der synthetischen Werkstoffe um interessante Varianten bereichert und Innovationen erst möglich gemacht. Dabei sind sie nicht etwa ein Ersatz für herkömmliche Materialien, sondern sie stellen augenscheinlich eine neue Klasse von Werkstoffen dar.

Polymere Schaumstoffe ergänzen das Leistungsspektrum kompakter Formteile mit dem Ziel, die Herstellungskosten und das Bauteilgewicht zu reduzieren sowie deren Funktionalität zu erweitern. Der zukunftsorientierte Werkstoff Polyurethan mit seiner großen Anwendungsvielfalt begegnet uns daher schon heute überall im täglichen Leben: Polstermöbel, Autos, Sportequipment, Dicht- und Dämmstoffe, Lacke und Klebstoffe sind nur einige wenige Beispiele dafür.

Einsatz im Fahrzeug- und im Flugzeugbau

Auch die Anforderungen an Schaumstoffe und Verbundwerkstoffe für den Einsatz im Fahrzeugbau und Flugzeugbau sowie für technische Anwendungen haben sich in den letzten Jahren immer weiter erhöht. In Zeiten zur Neige gehender Erdölressourcen helfen Schaumstoffe durch den Einsatz im immer leichter werdenden, schallabsorbierenden Isolier- und Dämmsektor, klimaschädliche CO2-Emissionen zu reduzieren, fossile Ressourcen für spätere Generationen zu sparen und den Fahrkomfort zu erhöhen.

Nachhaltiges Leichtgewicht

Besonders im Auto und Flugzeug kommen noch weitere Anwendungen hinzu und das Einsatzspektrum für Polyurethan ist breit: zum Beispiel Schäume für Sitze und Konsolen oder aber auch Oberflächen für Instrumententafeln. Aber nicht nur die Innenwelt von Autos und Flugzeugen steht in Sachen Leichtbau im Blickfeld, sondern auch die Karosserie. Polyurethan kann hier langfristig immer weiter andere Werkstoffe ersetzen.

Polyurethan begegnet uns mit seiner großen Anwendungsvielfalt heute überall im täglichen Leben.

Denn als Schaum ist es bereits ein Leichtgewicht unter den Kunststoffen. Hier gibt es bereits neue Werkstoffe auf Polyurethanbasis, die ein geringes Gewicht mit hoher Oberflächenqualität und sehr guten Gebrauchseigenschaften kombinieren.

Hinzu kommt die erfolgreiche Verbindung mit Leichtbaustrukturen, um Gewicht zu sparen – also zum Beispiel Composite-Bauteile, bei denen leichte Sandwich- oder Wabenstrukturen mit einer lang- oder endlosfaserverstärkten Deckschicht kombiniert, mit Polyurethan besprüht und anschließend verpresst werden.

Wachsende Industrie

Deutschland ist mit rund 30 Prozent des europäischen Marktes nicht nur das führende Polyurethan-Land in Europa, sondern auch international eines der forschungsintensivsten und innovativsten Länder für die Polyurethanverarbeitung. Den größten Polyurethan-Absatzmarkt bildet der Bereich Dämmung und Bauprodukte, gefolgt von Möbeln und Matratzen sowie Automotive-Anwendungen.

Weit über 40.000 Beschäftigte in der Polyurethanindustrie in Deutschland erwirtschaften momentan einen Umsatz von mehr als fünf Milliarden Euro.