Entwickler schätzen an den nachwachsenden Rohstoffen aus Mutter Natur, dass sie oft technisch und wirtschaftlich besser die Produktion optimieren als Stoffe aus der Chemiefabrik.

Fasern in der Serie

So überzeugen zum Beispiel die mechanischen Eigenschaften der Hanfpflanzenfasern: Diese wiegen wenig, sind reißfest und stabil. Zum Einsatz kommen sie in Fahrzeugen bereits serientauglich für Teile von Instrumententafeln oder Türpaneele.
Die Automobilhersteller profitieren davon doppelt. Denn dieses Material kann sowohl das Bauteilgewicht um bis zu 25 Prozent senken als auch den Anteil an ölbasiertem Kunststoff reduzieren.
Gefragt sind dann aber plötzlich Kooperationen mit der Landwirtschaft. Schließlich ist bei solchen Planungen wichtig, auch den Nachschub von Hanf sicherzustellen.

Ein weiteres Ziel ist, sogar das Polypropylen, in das die Hanffasern in der Produktion bisher eingebunden sind, durch natürliche Stoffe zu ersetzen. Möglich ist eine Herstellung von Kunststoffen aus Kohlenhydraten wie Zucker.
Ein Problem, vor dem alle Entwickler jedoch nach wie vor stehen, sind auch hier die Kosten für das Verfahren, weil die Volumina noch zu gering sind.

Sicherheit geht vor

Eine weitere Hürde ist die Sicherheit: Nachwachsende Rohstoffe müssen dieselben Kriterien erfüllen wie Bauteile aus künstlichen Stoffen. Sind die Fasern zum Beispiel zu lang und könnten bei einem Crash gefährlich splittern, nützen die besten mechanischen Eigenschaften nichts. Denn Kompromisse auf Kosten der Qualität sind tabu.