In modernen Landmaschinen ist heute in der Regel mehr Hightech als in einem modernen Auto. Damit sind viele Vorteile verbunden. Beispiel Düngung: Weil nur das gedüngt wird, was Sensoren anhand der Blattfärbung und/oder smarter Bodenkarten an pflanzen- und standortspezifischem Bedarf ermitteln, kann der Landwirt Kosten einsparen.

Viele smarte Maschinen, die miteinander kommunizieren, können dem Landwirt viel Zeit, Geld und Nerven ersparen

Natürliche Auswaschungen von Nährstoffen ins Grundwasser können gemindert werden. Da der Traktor mit dem Düngestreuer durch GPS-Empfänger gesteuert wird, lassen sich die Nährstoffe präzise und ohne Überlappung auf oder in den Boden bringen – auch das bringt wirtschaftlichen Nutzen und schont die Umwelt.

Ähnliche Entwicklungen gibt es in der Tierhaltung. Komplett automatisierte Systeme wie intelligente Melkroboter und sensorgestützte Fütterungsautomaten sind bereits weitverbreitet. Auch tierspezifische Daten wie zum Beispiel zu Bewegung, Fress- und Tieraktivität oder Vokalisation können mittlerweile mit einer Vielzahl von Sensoren erfasst werden, um die Gesundheit und das Wohl der Tiere fest im Blick zu haben.

Bei einem Melkroboter zum Beispiel wird das Melkgeschirr ohne jegliche manuelle Hilfe mit Erkennungssystemen auf Basis von Ultraschall, Laser und optischen Sensoren an das Euter der Kuh angesetzt. Hauptvorteile von Melkrobotern gegenüber konventioneller Melktechnik sind weniger körperliche Arbeit, große zeitliche Flexibilität, Einsparung von Melkzeit, umfangreiche Datenerfassung zur besseren Kontrolle der Tiergesundheit, verbesserter Komfort für Tier und Mensch und optimaler Herdenüberblick.

Diesen Vorteilen stehen allerdings relativ hohe Investitionskosten gegenüber. Dennoch entscheidet sich etwa ein Drittel aller Milchviehhalter, die heute neu in Melktechnik investieren, für die Anschaffung von Melkrobotern. Ein Melkroboter als voll automatisierter Melkstand schafft circa 60 Kühe. Melkroboter überzeugen vor allem auch ob der großen Zufriedenheit der Tiere beim selbstbestimmten Vorgang des Sich-melken-Lassens.

Viele smarte Maschinen, die miteinander kommunizieren, können dem Landwirt viel Zeit, Geld und Nerven ersparen, sind gut für die Umwelt, unterstützen eine tiergerechte Haltung und haben zudem das Potenzial, eine kritische öffentliche Diskussion über moderne Landwirtschaft versachlichen zu helfen. Denn dank Hightech ist es möglich, ganz genau zu wissen, was jede einzelne Pflanze braucht und was ein Tier nötig hat, um sich wohlzufühlen.

Dabei ist Landwirtschaft 4.0 nicht nur etwas für größere Betriebe. Über Maschinenringe und Lohnunternehmen sind grundsätzlich alle Betriebe in der Lage, Nutzen aus der neuen Technikentwicklung zu ziehen. Hightech auf dem Acker und im Stall setzt allerdings häufig schnelles Internet voraus, und da gibt es auf dem Land noch erhebliche Defizite. Der besonders in den ländlichen Gebieten stockende Glasfaserausbau ist ein großer Hemmschuh.