Bei Selbstständigen in der LifeSciences-Branche kommt noch ein wenig mehr Stehvermögen hinzu. Erste Starthilfe bieten sogenannte Inkubatoren.

Nicht selten kämpfen im Bereich LifeSciences Start-ups mit hohen Kosten und Risiken sowie langen Entwicklungszeiten ihrer Produkte und Ideen. Gefragt sind vor einer Marktreife zum Beispiel präklinische Untersuchungen, Wirksamkeitsstudien oder Folgeinvestitionen, wenn ein Produkt kurz vor dem Durchbruch steht.

Denn nicht jedes junge Unternehmen bietet Dienstleistungen an, die schnellen Umsatz und Liquidität bringen, sondern gefragt ist die volle  Kompetenz bei der Entwicklung eigener Produkte. Risikokapital ist in Deutschland zudem nicht immer leicht zu finden.

Dennoch benötigt die LifeSciences-Branche die Kreativität und das Ideenkapital junger Wissenschaftler, die direkt von der Uni kommen. Denen fehlt wiederum neben ihrer fachlichen Expertise das unternehmerische Know-how. So steht und fällt der Erfolg oft mit einem Patent, das auch angemeldet wurde. Zudem sind kaufmännisches Wissen und Marketingkompetenz gefragt.

Staatlicherseits wurde daher 2005 der High-Tech-Gründerfonds gegründet, der Unternehmen besonders in der Frühphase bei Finanzierungslücken unter die Arme greift.

Neben der Finanzierung brauchen Start-ups jedoch auch eine adäquate Infrastruktur vor Ort, einen direkten Austausch mit anderen Firmen und die Nähe zu großen Konzernen.

In so genannten Inkubatoren haben Ideen dann genug Zeit, wie in einem Brutkasten heranzureifen, um dann eventuell Investoren zu interessieren. Besonders Firmen in den Chemie- und Biowissenschaften sind an ihrem Standort auf eine gut funktionierende Labor- und Büroinfrastruktur angewiesen. Deshalb unterstützen immer mehr Konzerne, wie z.B. Bayer HealthCare, Siemens und auch die Telekom im Rahmen von Innovationsstrategien Forschungsinkubatoren.

So wurde erst kürzlich in Berlin der „CoLaborator“, für junge LifeSciences-Unternehmen eingeweiht und das in unmittelbarer Nähe zu bereits ansässigen Forschungseinrichtungen. Inkubatoren bieten ein stimulierendes Umfeld für Forschung und Innovationen und das nicht nur für die Start-ups, sondern durch den direkten Austausch und die Expertise der „alten Hasen“ eine neue Vielfalt an Forschungsinteressen, die sich mit bestehenden Ideen perfekt ergänzen.