Die zunehmende Vernetzung von Menschen, Gesellschaften und Märkten hat über die Jahrhunderte zu einem wachsenden Austausch von Waren und Produkten geführt. Heute stehen rund 160.000 verschiedene Lebensmittel allein in deutschen Ladenregalen.

Mit der Zahl der Produkte stieg auch die Zahl der benötigten Verpackungen, denn Produkt und Verpackung sind eine Einheit. Kein Apfel und keine Kartoffel würden den Wochenmarkt, den Unverpackt-Laden, den Supermarkt und letztlich unseren Esstisch erreichen, wenn sie nicht nach der Ernte in Kisten, Steigen, Beuteln et cetera verpackt würden. Verpackungen sind kein Selbstzweck. Neben der Schutzfunktion verlängern Verpackungen auch die Haltbarkeit und verhindern dadurch teure Lebensmittelverluste.

Verpacken ist per se nachhaltig, denn die Verpackung schützt mit vergleichsweise geringem Aufwand große Werte. Die ökologischen Kosten des verpackten Produkts übersteigen den Fußabdruck seiner Verpackung im Durchschnitt um den Faktor zehn. Verdirbt die Ware, weil wir auf eine ausreichende Verpackung verzichten, ist der Schaden also ungleich höher. Ihre Aufgaben erfüllt die Verpackung dabei mit immer geringerem Ressourcenverbrauch. Energie und Materialaufwände sinken stetig.

Neben ihren Grundfunktionen „Schutz, Transport- und Lagerfähigkeit“ erfüllt eine moderne Verpackung weitere Aufgaben. Dazu gehört auch die Information von Verbrauchern beispielsweise über Inhaltsstoffe, Herkunft oder Haltbarkeit. Daneben ist die Verpackung ein zentraler Baustein in der Werbung und Kundenkommunikation für Handel und Markenartikler. In Zeiten der Digitalisierung entwickelt sich die Verpackung in Richtung einer „Mediaplattform“. Aufgedruckte Elektronik oder Codes, die vom Verbraucher mit dem Smartphone abgelesen werden, machen sie zur zentralen Schnittstelle, die Hersteller mit Verbrauchern, aber auch Verbraucher untereinander vernetzt.

Die Verpackung ist ein hochinnovatives Produkt. Nur über stete Innovation kann sie ihre wachsenden Aufgaben zuverlässig erfüllen. Ein zentrales Feld für Innovationen ist der Bereich Nachhaltigkeit. Hier rücken in den letzten Jahren vermehrt alternative Materialien wie Biokunststoffe oder kompostierbare Kunststoffe in den Blickpunkt. Der entscheidende Faktor für nachhaltiges Material liegt in seiner Kreislauffähigkeit. Das bedeutet, es muss recyclingfähig sein. Von Anfang an muss deshalb bei der Entwicklung einer modernen Verpackung darauf geachtet werden, dass sie am Ende stofflich wiederverwertbar ist. Das neue Verpackungsgesetz fordert hier zu Recht noch deutlich höhere Verwertungsquoten.

Ob und inwiefern eine Verpackung recyclingfähig ist, entscheidet sich manchmal an scheinbaren Kleinigkeiten. So war es für Sortieranlagen lange unmöglich, schwarze Verpackungsbestandteile korrekt zu erkennen und zu sortieren. Grundsätzlich gilt, dass sich eine Verpackung, die nur aus einer Art Material besteht (Monomaterial), leichter und besser recyceln lässt als Verbundstoffe.

Von nicht zu unterschätzender Bedeutung ist neben funktionierenden Sammel- und Verwertungssystemen auch die Rolle des Verbrauchers. Denn nur, wenn die Verpackung nach ihrem Gebrauch in den richtigen Sammelbehältern landet, kann sie der Verwertung zugeführt werden und als neue Verpackung oder in Form eines anderen Produkts dem Kreislauf wieder zugeführt werden.

Information

Mehr Informationen finden Sie unter www.verpackung.org.