Ein Energiekonzept der Zukunft ist aber ohne die Partnerenergie Erdgas nicht umsetzbar. Der Grund liegt primär darin, dass Erdgas und seine Infrastruktur für den Ausbau der Erneuerbaren benötigt werden.

Mit dem Wegfall der Stromerzeugung aus Atomkraft und dem Ausbau von Strom aus Windkraft- und Photovoltaikparks geht einher, dass auch die Stromtransportkapazitäten vergrößert werden müssen. Dabei spielt nicht nur die Erweiterung des Stromfernleitungsnetzes eine Rolle, sondern auch die Nutzung des Erdgasnetzes.

Dieses stellt den vergleichsweise größten Energie-Highway in Deutschland dar, der mit einer Billion Kilowattstunden jährlich rund doppelt so viel Energie wie das Stromnetz transportiert.

Als Partner-Infrastruktur für die Regenerativen kommt dem Erdgasnetz eine neue Rolle zu. Überschüssiger Strom aus Windkraft oder Solarenergie wird zukünftig genutzt, um per Elektrolyse Wasserstoff zu produzieren. Dieser lässt sich entweder direkt in das Erdgasnetz einspeisen oder mit Kohlendioxid, das zum Beispiel aus Biogasanlagen stammt, zu Methan, also Erdgas weiterverarbeiten.

Regenerativ erzeugtes Erdgas steht somit aus Windkraft, Photovoltaik und auch aus Biomasse in Form von Bio-Erdgas für die Energieverwendung im Wärme- und Strommarkt zur Verfügung. Es lässt sich besonders effizient in Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK) nutzen.

Diese sind bereits in unterschiedlichen Leistungsklassen vom Gas- und Dampfturbinenkraftwerk bis zur Mikro-KWK-Anlage für Einfamilienhäuser verfügbar und sorgen so gleichzeitig für Wärme und Strom. In Zukunft kommt dem Energieversorger als Energiemanager, der die unterschiedlichen Stromerzeuger koordinieren muss, eine noch anspruchsvollere Rolle zu.

Je nach Witterungslage müssen flexibel Kraftwerkskapazitäten oder Strom erzeugende Heizungen zum virtuellen Kraftwerk zusammengeschaltet werden, um Schwankungen bei der Energieerzeugung aus regenerativen Quellen auszugleichen.

Die mit der Energiewende einhergehenden Herausforderungen bestehen daher nicht nur im weiteren Ausbau von Kapazitäten des Stromnetzes und regenerativer Energieerzeuger, sondern in gleichem Maße darin, ganzheitliche Energiekonzepte zur nachhaltigen und wirtschaftlichen Energieversorgung umzusetzen.

Dem Energieträger Erdgas kommt dabei eine zentrale Doppelrolle zu: Das Erdgasnetz bietet zum einen gewaltige Energiespeicherkapazitäten für Regenerative und zum anderen vielseitige Effizienztechnologien für unterschiedliche Bedarfssituationen.