Die Energiewende in Deutschland hat ein neues Nachdenken darüber in Gang gesetzt, wie sich Städte fit machen für die Zukunft, wie ihre Bewohner in Zukunft leben wollen. Zahlreiche Initiativen und Netzwerke haben sich gebildet und arbeiten an einzelnen Projekten und Forschungsvorhaben, sei es, dass sie sich mit der Mobilität von morgen, Energieversorgung oder anderen Zukunftsthemen beschäftigen.

In diesem sogenannten Post-Carbon-Zeitalter wird es jedoch nicht nur um technische Herausforderungen gehen, sondern auch darum, wie man zukünftig mit Stadt- und Landschaftsräumen umgeht. Die Diskussionen darüber sind inzwischen schon entbrannt, blickt man beispielsweise auf die Initiativen, die sich gegen Windkraftanlagen oder den Bau von Übertragungsnetzen gegründet haben.

In der Stadt der Zukunft, die als Synonym für die Frage des zukünftigen Lebens steht, müssen Fragen geklärt werden wie Ökologie, Energieversorgung, Landschaftsschutz, Tourismus, Wirtschaft, aber auch regionale Identitäten in Einklang gebracht werden mit den komplizierten regulativen Regeln, die die Bundesregierung, aber auch die Europäische Union vorgibt. 

Kommunen sind herausgefordert

Kommunen stehen dabei vor enormen Herausforderungen. Zu klären ist beispielsweise die Frage, wie die Vorgaben auf lokaler Ebene heruntergebrochen werden können, und dies bei teilweise finanziell erschreckend geringen Gestaltungsspielräumen.

Mit diesen und ähnlichen Fragen beschäftigt sich das Leibniz-Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung (IRS) in Erkner, südlich von Berlin, dessen Direktorin Prof. Dr. Heiderose Kilper, zugleich Professorin für Stadt- und Regionalentwicklung an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg, ist.

Ohne Akzeptanz keine erfolgreiche Umsetzung

Akzeptanz und Transparenz sind zwei wichtige Faktoren, die für die Durchsetzung der Energiewende, als einen Teil der Stadt der Zukunft, die Basis bilden. Das ist vor allem in kleineren Städten und Kommunen nicht immer der Fall. Häufig geht die lokale Bevölkerung, vor allem in ländlichen Räumen, leer aus, weil Aufträge an große Konsortien vergeben werden.

Dabei verspielen die Akteure jedoch die Akzeptanz und die positiven Effekte einer dezentralen Energieerzeugung. Es wird darauf ankommen, lokale Akteure, seien es Handwerksbetriebe, Planer oder Architekten, in die Herstellung der Produktionsanlagen mit einzubeziehen, um die Kommunen zu stärken.