Wann und wieso starteten Sie mit der Digitalisierung und Automatisierung Ihrer Landwirtschaft?

Besonders in trockenen Jahren haben wir auf unseren Flächen sehr unterschiedliche Bestände hinsichtlich der Abreife des Getreides sehen können. Messbar wurden diese Unterschiede mit dem Kauf der Mähdrescher mit Ertragskartierung im Jahr 2000 mit zum Teil Unterschieden von fünf bis 14 Tonnen pro Hektar bei Getreide innerhalb eines Ackerschlages.

Daraus hat sich dann notwendigerweise die Frage ergeben, woran das wohl liegen könnte.

Als Erstes wurde im Jahr 2002 der N-Sensor angeschafft. Seitdem wird die Sensortechnik zur N-Düngung im Getreide, später auch im Raps online eingesetzt. Seit 2012 nutzen wir den Sensor auch für die teilflächenspezifische Ausbringung von Wachstumsregulatoren.

Weiterhin wird der Sensor zum Abscannen der Rapsbestände im Herbst eingesetzt. Daraus werden je Ackerschlag die N-Streukarten für die erste Gabe im Frühjahr des Folgejahres generiert. Dies bringt uns beispielsweise eine Reduzierung des N-Überschusses von circa 20 Kilogramm pro Hektar und Jahr im Raps.

Parallel zum Erwerb des N-Sensors wurde in den Jahren 2002 bis 2004 der Bodenscanner (EM 38) eingesetzt, um mögliche Bodenunterschiede sichtbar zu machen und Ertragsunterschiede einer Klärung näher zu bringen. Auf der Basis der Scannerdaten wurden die Ackerschläge in Teilflächen von circa drei Hektar unterteilt, in diesen Teilflächen jeweils gesondert Bodenproben genommen und danach die notwendigen Düngemaßnahmen und Düngemengen ausgebracht.

Nachdem auch die Bodenschätzung des Jahres 1935 digital zur Verfügung stand und eine Verrechnung der Biomassekarten über Jahre sowohl aus den Daten des Sensors als auch aus Satellitendaten vorlagen, wurde ab dem Jahr 2012 eine Hofbodenkarte entwickelt, die uns noch näher an die tatsächlichen Gegebenheiten innerhalb eines Ackerschlages gebracht hat.

Die Bodenproben werden seit 2013 mit eigenem Gerät und RTK-Genauigkeit zur Dokumentation und zum Wiederfinden der ursprünglichen Beganglinien durchgeführt.

Aufgrund der Tatsache, dass die Getreidepreise in den Jahren ab 2000 extrem niedrig und die Düngekosten nicht unerheblich gestiegen waren, war es betriebswirtschaftlich angemessen, darauf zu reagieren. Zudem spielte auch der ökologische Gedanke der Einsparung von Ressourcen eine wichtige Rolle. Wir haben schon viel erreicht, wollen aber noch mehr erreichen.