Dabei verbessern datenbasierte, lokale Informationen die Entscheidungsfindung auf dem Feld und helfen Entwicklungen, wie Infektionsrisiken und Schädlingsbefall, besser vorherzusehen. Hierfür bereiten nicht nur Landmaschinen- und IT-Spezialisten den Weg. Auch Saatgut- und Pflanzenschutzexperten wie Bayer spielen bei der Digitalisierung auf dem Hof eine entscheidende Rolle.

Nachhaltiger landwirtschaften

„Unser Ziel ist es, wirksame Technologien mit den bestmöglichen Vorteilen für Landwirt und Umwelt zu entwickeln“, beschreibt Andree-Georg Girg, Geschäftsführer Bayer Digital Farming GmbH, die Strategie des Unternehmens. „Und wir sind davon überzeugt, dass in naher Zukunft Echtzeitanalysen die Landwirte dabei unterstützen werden, Schädlinge, Krankheiten und Unkräuter quadratme-tergenau zu identifizieren.“

Mehr noch: Auch die nachhaltige Produktion und der Einfluss auf die Umwelt als Ganzes lassen sich durch Digital Farming positiv beeinflussen. „Die Aussaatmenge und die Menge an Pflanzenschutzmitteln pro Quadratmeter können den Feldbedingungen entsprechend optimiert werden, gleichzeitig würde bei gesicherter  Wassermenge und optimaler Düngung der Ertrag gesteigert“, so Girg. Denn durch die Nutzung von Digital Farming-Technologien kann der Produkteinsatz genau dort erfolgen, wie es für die einzelne Pflanze erforderlich ist. So wird jeder Tropfen des Pflanzenschutzproduktes gezielt genutzt.

Digital Farming und Bayer

Aus diesem Grund arbeitet Bayer an neuen digitalen Systemen, die auch den Ertrag der Pflanzen analysieren. Zudem werden schlaggenaue Entscheidungshilfen getestet. Das Ziel auch hier: der optimierte Einsatz von Pflanzenschutzprodukten. Dabei setzt Bayer in der Entwicklung neuer digitaler Technologien verstärkt auf Kooperationen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. „Wir tun dies, um die Wettbewerbsfähigkeit der Landwirtschaft in Europa zu erhalten und eine noch nachhaltigere, qualitativ hochwertige und sichere Nahrungsversorgung zu gewährleisten“, sagt Girg.

So hat Bayer erst kürzlich mit dem Institut für Geographie und dem Fachbereich Informatik der Universität Hamburg eine auf fünf Jahre angelegte Forschungspartnerschaft vereinbart. Gemeinsame Zielsetzung: die Entwicklung neuer digitaler Lösungen auf Basis geoinformatischer Methoden und Modelle. „Die Modelle werden Landwirten weltweit bei ihren betrieblichen Entscheidungen helfen“, erläutert Tobias Menne, Leiter Digital Farming bei Bayer.

„Vor allem dann, wenn es um die Wahl des richtigen Saatguts, den zielgerichteten Einsatz von Pflanzenschutz- und anderen landwirtschaftlichen Produktionsmitteln sowie um eine geeignete Terminplanung für standortangepasste ackerbauliche Maßnahmen geht.“
Zudem haben Bayer und das Raumfahrttechnologieunternehmen Planetary Resources mit Sitz in Redmond, WA (USA) eine Absichtserklärung unterzeichnet. Durch die Zusammenarbeit will Bayer neue Agrarprodukte entwickeln sowie bestehende mithilfe satellitengestützter Daten verbessern.

Präziser, fundierter, einfacher

Wie wird sich die Datenflut auf dem Feld auf den Arbeitsalltag der Landwirte auswirken? „Digital Farming wird die Komplexität nicht erhöhen, sondern vielmehr die Entscheidungsfindung im landwirtschaftlichen Bereich präziser, intelligenter und einfacher gestalten – etwa beim Thema Dokumentation“, sagt Adrian Percy, Leiter Forschung und Entwicklung der Bayer-Division Crop Science, und wirft einen Blick in die Zukunft: „In den kommenden zehn Jahren wird Digital Farming eine noch größere Rolle in der Landwirtschaft einnehmen.

Dabei wird die Entwicklung in unterschiedlichen Ländern und vielleicht sogar unterschiedlichen Pflanzensorten anders vonstattengehen. Aber der Einfluss der Digitalisierung wird immens sein.“

* Quelle: Machina Research


Josef Bremer und Andreas Dörr haben vieles gemeinsam. Beide wirtschaften als Junior im Familienbetrieb. Beide sehen in der digitalen Landwirtschaft die Zukunft. Bayer begleitet sie auf diesem Weg.


Andreas Dörr

Doerr-Agrar

 

 

 

 

Josef Bremer  

Landwirtschaftliches Lohnunternehmen Bremer       

 

 

Warum haben Sie sich entschieden, mit Bayer neue digitale Systeme zu entwickeln und zu testen? 

Dörr: Ich habe den Anspruch, immer einen Schritt voraus zu sein. Digitale Lösungen, die mich dabei unterstützen, gibt es viele. Deshalb ist für mich ein vertrauensvoller Partner vor Ort wichtig, so wie Bayer.
Bremer: Unsere Flächen liegen teils bis zu 20 Kilometer voneinander entfernt. Mit digitalen Geodaten muss ich meine Schläge nicht vor Ort inspizieren, sondern kann Maßnahmen am Bildschirm teilflächenspezifisch planen.

Können Sie das genauer erläutern?

Bremer: Ich sehe vorab, ob Teilflächen vielleicht gar keine Anwendung benötigen. Also spare ich Pflanzenschutzmittel. Das ist gut für die Umwelt und senkt meine Betriebskosten.

Ermöglicht Digital Farming also eine nachhaltigere Landwirtschaft?

Bremer: Auf jeden Fall. Ich erkläre immer meinen Nachbarn, dass uns neue Technologien erlauben, weniger Pflanzenschutzmittel einzusetzen. Das ist gut für unser Image. 

Dörr: Das ist ganz sicher ein Vorteil. Aber es ermöglicht mir auch etwas ganz Anderes: Ich habe plötzlich viel mehr Zeit für meine Familie.

Informationen

Mehr Informationen unter digitalfarming.bayer.com