Wenn das R2-D2 wüsste! Auf jeden Fall wäre der kleine und sehr fiktive Astromechdroide aus Star Wars mächtig stolz auf seine neuen Kameraden, die heute sehr real in Fabriken dieser Welt den Menschen zur Hand gehen. Die Rede ist von den Cobots, den – zu Deutsch – kollaborativen Robotern.

Neue Generation Roboter

Sie sind die neueste Generation von Robotersystemen, die an einem gemeinsamen Arbeitsplatz physisch mit Menschen interagieren können. Während konventionelle Roboter so konstruiert sind, dass sie selbstständig arbeiten, oft hinter Schutzzäunen oder in Käfigen, um menschliche Arbeiter nicht versehentlich zu verletzen, sind Cobots mit Sensoren und Vision-Technologie ausgestattet, die es ihnen ermöglichen, sicher neben Menschen zu arbeiten. Weiche Designlinien ermöglichen den Cobots den engem Kontakt mit ihren menschlichen Teamkameraden, wodurch Verletzungsgefahren durch Kollisionen vermieden werden. In Sachen Produktivität sind Mensch-Roboter-Teams kaum zu übertreffen: Forscher, die bei einem OEM die Mensch-Maschine-Interaktion studierten, stellten kürzlich fest, dass solche Teams rund 85 Prozent produktiver waren als beide allein.

Wachsender Markt

Der Cobot-Markt wächst daher gemäß der International Federation of Robotics von heute circa 35.000 weltweit installierten Systemen bis 2022 um 68 Prozent jährlich. Gerade in Deutschland, dem Land mit der höchsten Dichte an Industrierobotern und einem deshalb vergleichbaren geringen Wachstum in diesem Segment (nur 5 Prozent jährlich im Vergleich zu 15 Prozent  weltweit) ist der Cobot eine Schlüsseltechnologie bei der weiteren Erschließung von Automatisierungsmärkten. Mit ständig fallenden Preisen, die ihre zunehmende Beliebtheit unterstreichen, werden sie in vielen industriellen Umgebungen zu einem vertrauten Anblick.

Vielzahl an flexiblen Anwendungen

Mit dem piCOBOT erobert zurzeit das Unternehmen Piab den Markt: Er kann als flexibler Mitarbeiter in einer Vielzahl von Produktions-, Verpackungs- oder Montagelinien agieren. piCOBOT ist ein clever ausgestattetes End-of-Arm (EOAT) Vakuumwerkzeug. Als Entwicklungskit bietet piCOBOT eine Vakuumpumpeneinheit, eine Greifereinheit und zwei Saugnäpfe. Das Standard-piCOBOT-Kit beinhaltet vier verschiedene Saugnapfsätze, die für zahlreiche, unterschiedliche Aufgaben geeignet sind. Kombiniert mit dem piSOFTGRIP können selbst rohe Eier, Erdbeeren oder reife Tomaten sicher in die Verpackungen gelegt werden.

All-Round-Talent für die Industrie

„Unsere Kunden müssen insbesondere auf Trends wie individualisierte Produkte, einen wachsenden Produktmix und kürzere Produktlebenszyklen reagieren können“, sagt Floris Rouw, Regional Director Northern Europe bei Piab. „Mit der Entwicklung eines kompakten ‚All-Round‘-Vakuumgreifers für den wachsenden Cobot-Markt wollten wir genau diese Anforderungen erfüllen. Jetzt können wir unseren Kunden ein End-of-Arm-Tool an die Hand geben, dass den Anspruch nach einem prozess- und standortunabhängigem Automatisierungstool wie den des Cobots unterstützt und so gerade KMUs den Einstieg in die Automation erleichtert.“ Richtig konfiguriert mit einem integrierten Push-Pin kann piCOBOT beispielsweise einen Zeigefinger nachbilden, der einen Knopf drücken, ein Sicherheitsventil bedienen oder eine Verriegelung öffnen kann. Wenn das geschehen ist, wechselt der piCOBOT direkt zu schnellen Aufgaben mit robustem Charakter – wie zum Beispiel das Ergreifen und Verpacken von Beuteln oder das Heben, Bewegen und Palettieren von Kartonagen – abhängig von der möglichen Traglast des Cobots.

Kompaktes Design für begrenzten Platz

Piab hat den piCOBOT sorgfältig entworfen, um so klein wie möglich zu sein. Mit seiner niedrigen Bauhöhe von 69 Millimetern und dem geringen Gewicht von 510 Gramm und 210 Gramm für seinen Greifer ist er deutlich leichter als ähnliche Cobot-Greifer anderer Hersteller. Dadurch können größere und schwerere Objekte bewegt werden. „Der piCOBOT entspricht damit auch unserer Philosophie bei Piab“, so Rouw, „den Kunden immer generische, energieeffiziente, flexible und benutzerfreundliche Automatisierungswerkzeuge zu bieten, mit denen sie die Kapazitäten ihres Cobots in jeder Hinsicht maximal ausnutzen können.“