Die große Vielfalt der Tätigkeiten am Bau macht es möglich, für viele Interessen und Begabungen entsprechende Angebote vorzuhalten.

Damit spricht die Bauwirtschaft eine breite Zielgruppe an und verfolgt das Prinzip des lebenslangen Lernens, das aufgrund des fortschreitenden technischen Wandels und der Digitalisierung Grundvoraussetzung für die Wettbewerbsfähigkeit der Branche ist.

Der klassische Einstieg in die Bauwirtschaft ist die so genannte Stufenausbildung, die aus einem System von zwei- und dreijährigen Ausbildungen besteht, die aufeinander aufbauen. Sie beginnt in allen knapp 25 Berufen mit einer beruflichen Grundbildung, die eine solide Basis für jede weitergehende Tätigkeit schafft.

Daran schließt sich die fachliche Vertiefung an. Diese erfolgt differenziert in den jeweiligen Bereichen Ausbau, Hochbau und Tiefbau sowie den jeweiligen Berufen.

Um eine Ausbildung nach einheitlichen Standards sicherzustellen und die Unsicherheit wechselnder Baustellentätigkeit aufzufangen, verbringen Auszubildende in der Bauwirtschaft im Laufe ihrer zwei- bis dreijährigen Ausbildung neben ihrer Zeit im Betrieb bzw. auf den Baustellen auch mehrere Phasen in brancheneigenen Ausbildungszentren.

Dort lernen sie das Rüstzeug für die weitere Ausbildung und spätere Tätigkeit.

Als Reaktion auf die veränderte demografische Situation und die damit verbundene Schwierigkeit geeignete Ausbildungsbewerber zu finden, wird seit 2013 zunächst probeweise ein Projekt zur Ausbildungsreifeförderung angeboten („Berufsstart Bau“).

Durch gezieltes Coaching insbesondere im sozialpädagogischen Bereich und direkte Zusammenarbeit mit Betrieben werden Ausbildungsbewerber, die für den unmittelbaren Einstieg in Ausbildung noch nicht geeignet sind, im Rahmen von 6- bis 12-monatigen Maßnahmen an die Ausbildung herangeführt.

Auch nach Abschluss der Ausbildung sind kontinuierliche Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen erforderlich, um Mitarbeiter bedarfsgerecht weiter zu entwickeln und auf allen Ebenen der Bautätigkeit kompetente Fachkräfte zur Verfügung zu haben. Hierzu stehen verschiedene Wege offen, insbesondere aber die Aufstiegsfortbildung.

In drei Stufen können sich Facharbeiter mit Berufserfahrung am Bau über den Vorarbeiter und Werkpolier zum Polier qualifizieren. Eine abgeschlossene Ausbildung ist hierfür nicht zwingend erforderlich, sofern ausreichend Berufserfahrung vorliegt.

Wer eine Hochschulzugangsberechtigung hat, sich aber noch nicht sicher ist, ob er eine Ausbildung machen will oder gleich eine Studium zum Bauingenieur beginnen möchte, hat zudem die Möglichkeit beides miteinander zu verbinden – im Rahmen eines dualen Studiums, das an ca. 30 Standorten deutschlandweit angeboten wird.