Ein Absolvent hat gerade sein schwieriges Studium des Bauingenieurwesens gemeistert. Warum haben sich die Anstrengungen gelohnt?

Der Arbeitsmarkt ist derzeit für junge Bauingenieure aufgrund der Altersstruktur der Branche und der vielen Herausforderungen, die es weltweit zu bewältigen gibt, sehr attraktiv.

Städte, Länder und Kontinente durch Brücken und Tunnel verbinden, nachhaltig Energie erzeugen, die Gesundheit der Menschen durch sauberes Wasser erhalten, Gebäude in Sachen Klimaschutz optimal gestalten – das sind nur einige Herausforderungen, die junge Menschen am Beruf des Bauingenieurs begeistern können.

Wo sehen Sie derzeit die zentralen Herausforderungen der Branche?

Unsere Infrastruktur ist „in die Jahre“ gekommen. Unsere Straßen und Brücken, Schienen- und Wasserwege müssen dringend saniert werden.

Aber auch die energetische Sanierung von Gebäuden und die Versorgung unserer Bevölkerung einschließlich der vielen Zuwanderer mit kostengünstigem Wohnraum sind Herausforderungen, die ohne die Fachkompetenz von Bauingenieuren nicht zu meistern sind.

Zum Abschluss ein kurzer Rat an Absolventen: Was sollten sie unbedingt noch tun, bevor sie die ersten Bewerbungen verschicken?

Man sollte sein Studium Revue passieren lassen und überlegen, welche Aspekte oder Erfahrungen einen am meisten interessiert bzw. geprägt haben und auf dieser Basis entscheiden, in welchem Bereich man am liebsten tätig werden würde bzw. wo man sich eine zukünftige Tätigkeit überhaupt nicht vorstellen kann.

Dies grenzt dann die Wahl des Arbeitgebers schon entscheidend ein: Mittelstand oder internationaler Konzern, nationale oder internationale Projekte, et cetera.

Wenn man sich noch nicht sicher ist, kann man zum Beispiel zunächst auch ein Traineeship anstreben, um weitere Erfahrungen zu sammeln, und nicht gleich den Direkteinstieg suchen.

Im Bewerbungsverfahren sollte der Bewerber überzeugend darstellen, warum er sich genau für diese Stelle in diesem Unternehmen interessiert und welche Qualifikationen er dafür mitbringt. Idealerweise sollte er dabei auch Kontakte nutzen, die er bereits im Rahmen seines Studiums, zum Beispiel im Rahmen von Praktika, geknüpft hat.