Straßen verbinden Menschen und Unternehmen und sind in die wirtschaftlichen Wertschöpfungsprozesse fest integriert. Zudem stellt die Straße, als einziger Verkehrsträger, die Versorgung und Mobilität „von Tür zu Tür“ sicher und ist damit sowohl auf der ersten als auch auf der letzten Meile alternativlos. Mehr als 70 Prozent der gesamten Güterverkehrsleistung werden über den Verkehrsträger Straße abgewickelt – Tendenz steigend. Dies verdeutlicht zum einen den hohen volkswirtschaftlichen Gesamtnutzen des Verkehrsträgers Straße, gibt zum anderen aber auch einen Hinweis auf die Herausforderungen der Zukunft.

 

Das hohe Verkehrsaufkommen gepaart mit einer jahrzehntelangen Vernachlässigung der deutschen Straßeninfrastruktur ist eine der Hauptursachen für die zahlreichen Staus auf Autobahnen und Bundesfernstraßen, die nicht nur Mensch und Umwelt belasten, sondern durch Verzögerungen auch den Transport von Gütern verteuern. Ein vorausschauendes Erhaltungsmanagement kann die Lebensdauer der Infrastruktur verlängern, Finanzmittel sparen und volkswirtschaftliche Schäden aufgrund ungeplanter Nutzungsausfälle verhindern. Grundlage dafür stellt ein verstetigtes hohes Investitionsniveau bei Ausbau und Erhalt der Bundesfernstraßen dar. Um die bessere Finanzausstattung auch nutzen zu können, bedarf es jedoch schnellerer Planungs- und Genehmigungsverfahren, einer Aufstockung des Personals in den Behörden sowie der Förderung von Innovationen. Die physische Infrastruktur muss durch digitale Technik (Sensorik) aufgerüstet werden, damit objektiv analysiert und zielgerichtet gebaut und erhalten werden kann.

 

Der boomende Onlinehandel und die damit einhergehenden steigenden Versandmengen führen insbesondere in den urbanen Zentren zu deutlich mehr Lieferverkehr. Auch die Branche der Stückgutdienstleister übernimmt mit einem jährlichen Aufkommen von etwa 160 Millionen Sendungen im Gewichtsbereich zwischen 30 und 2.500 Kilogramm eine zentrale Rolle im Rahmen der Versorgung von Industrie und Handel in urbanen Räumen. Die Potenziale der Digitalisierung sollten genutzt werden, um Abläufe effizienter zu steuern und eine leistungsfähige Abwicklung des Versorgungsverkehrs sicherzustellen. Darüber hinaus bedarf es einer intelligenten und für alle Marktteilnehmer offenen Bündelung der zunehmenden Warenströme und einer Optimierung der Schnittstellen zwischen den Verkehrsträgern. Hier liegt die Chance für ein effizientes und ökologisch sinnvolles stadtverträgliches Logistikkonzept der Zukunft.

 

Insgesamt gilt es, die Versorgungssicherheit von Industrie, Handel und Bürgern aufrechtzuerhalten. Dazu bedarf es auch Lösungen, um des Mangels an Berufskraftfahrern (derzeit fehlen etwa 60.000 Fahrer) Herr zu werden. Die Attraktivität des Berufsbildes sollte durch angemessene Löhne, sichere und vor allem eine höhere Anzahl an Parkmöglichkeiten an Bundesfernstraßen und eine Verbesserung des öffentlichen Ansehens des Berufs gesteigert werden. 
 

Information

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