Der Fernseher bietet ein komplett neues Ökosystem an Inhalten, Unterhaltung und Funktionen. Die TV-Hersteller setzen alle auf den Trend, den Apple mit iTunes vorgemacht hat.

„Connected“ ist das Zauberwort. Nicht nur auf Smartphones haben wir alle Angebote des Internets zur Verfügung – auch vor dem Fernseher macht dieser Trend nicht halt.

Die neuen TV-Geräte aller großen Hersteller sind internetfähig und wer diese noch nicht bei sich zu Hause stehen hat, kann leicht mit Peripheriegeräten wie Blu-Ray-Player oder Set-Top Boxen aufrüsten. Für die TV-Hersteller ist die Konsequenz: Es reicht nicht mehr, nur das Gerät anzubieten, um global erfolgreich zu sein, sondern diese kommen mit Inhalten, die über Portale angeboten werden.

Der Hersteller und die Werbung

Neu ist, dass die Portale, ob diese nun Smart TV wie bei LG, NetTV wie bei Philips oder Smart Hub wie bei Samsung heißen, und die Apps selbst zusätzliche Werbeflächen und neue Werbeformen bieten.  Die Vermarktung dieser Werbeflächen findet durch die Anbieter direkt oder mit Partnern statt. So hat der südkoreanische Hersteller LG eine langfristige Partnerschaft mit Smartclip geschlossen.

Der Video-Vermarkter wird künftig die Werbung exklusiv auf den Smart TVs von LG verkaufen und ist zuständig für die Vermarktung der Werbeflächen in Westeuropa, Russland und Australien. „Der Entwicklung, ein komplettes Ökosystem mit einer Vielzahl an Unterhaltungsangeboten mit entsprechender Refinanzierungs-Strategie parat zu haben, kann sich kein Hersteller mehr entziehen“, erklärte Smartclip-Chef Jean-Pierre Fumagalli. 

Umbrüche im Werbemarkt

Bereits heute stehen in Deutschland, laut Angaben des Branchenverbandes Bitkom, in 17 Prozent aller Haushalte internetfähige Fernseher – Connected TV liegt damit absolut im Trend. Noch liegen die Angebote auf den Plattformen besonders bei nicht-traditionellen TV-Inhalten: Facebook, Skype oder gerade Gaming Apps sind ganz vorne in der Nutzung, denn die Rechte für Film- und Fernsehinhalte liegen oftmals noch bei den Sendern und diese gehen mit dem Thema Connected TV zaghaft um.

Die Sender wollen vermeiden, dass ein weiterer Kanal in Konkurrenz für die Verbreitung von Inhalten abseits ihrer Hoheit auf dem TV-Gerät entsteht. Jedoch werden diese die beschriebene Entwicklung nicht ignorieren können.

Zuschauer können aus der Vielzahl an Angeboten ihre TV-Nutzung individuell gestalten. Bei oft mehr als 100 Kanälen und Spartenangeboten plus den zusätzlichen Connected TV-Angeboten ist es eher unrealistisch, dass Sender dauerhaft hohe Zuschauerzahlen erreichen. Dies bedeutet sinkende Werbeeinnahmen. Es bleibt also spannend in der Welt der Gerätehersteller, TV-Sender und Content-Produzenten und der Frage, wer den Werbemarkt der Zukunft bestimmen wird.