Was uns heute als hochkomplexer digitaler Effekt begegnet, hatte seine zarten Anfänge bereits 1840. Damals erzeugte der schottische Erfinder David Brewster bei Experimenten mit einem „Stereoskop“ die ersten dreidimensionalen Bilder. Den Sprung auf die Leinwand schaffte die Technik schließlich 1915 mit dem ersten „anglyphen“ Kinofilm. Die Bilder wurden in zwei verschiedenen Farbschichten gezeigt, die die Zuschauer mit zwei unterschiedlich gefärbten Brillengläsern in 3D wahrnehmen konnten.

Knapp hundert Jahre später und nicht zuletzt durch die Digitalisierung hat das Filmerlebnis in der dritten Dimension einen echten Quantensprung erlebt. Waren die Bilder früher durch konsequentes Flimmern geprägt, das zudem Kopfschmerzen verursachte, bieten heutige TV-Geräte mit oder ohne Brille tiefenscharfe, kontrastreiche und farblich ausgeglichene Bilder. 

Der endgültige Durchbruch, der auch hartnäckige Kritiker besänftigte, gelang Filmproduzent James Cameron mit seinem Kassenschlager „Avatar“, der die Zuschauer mithilfe hervorragender 3D-Qualität in eine fremde Welt holte.

3D ist Trend

Der Markt hat inzwischen reagiert und bietet die 3D-Funktion in unterschiedlichen Bildschirmklassen an. Die Preise beginnen bei circa 400 Euro für ein Gerät mit einem 32-Zentimeter Bildschirm. Generell gilt jedoch, je größer der Bildschirm, desto größer wird auch das 3D Vergnügen. Erst bei einer angemessen großen Bildgröße kann sich der Effekt richtig entfalten. Als Daumenregel gilt: Die Bildschirmdiagonale sollte etwa dem halben Betrachtungsabstand entsprechen. 

Oben mit oder ohne 

Bisher konnte der 3D-Effekt erst mit dem Aufsetzen einer speziellen Brille genossen werden, der sogenannten Shutterbrille. Optisch einer Sonnenbrille ähnelnd, verbirgt sie in ihrem Inneren Elektronik plus Batterie. Per Bluetooth oder Infrarot stellt sich die Brille so auf die Bildfrequenz des TV-Geräts ein. Ein Knackpunkt: Die Brillen sind immer nur kompatibel mit Fernsehern des gleichen Herstellers.

Dafür haben die Nasengestelle in Sachen Optik einiges aufgeholt. In Kooperation mit dem französischen Brillendesigner Alain Mikli präsentierte zum Beispiel der Elektronik-Riese LG letztes Jahr eine 3D-Brille, die den Träger gut sehen und gut aussehen ließ.

Die Technik, die ein 3D-Sehen ohne Brille ermöglichen soll, steckt vergleichsweise noch in den Kinderschuhen. Vorreiter auf diesem Gebiet ist der Hersteller Toshiba, der mit dem 55ZL2G dieses Jahr 3D-Technik ohne Sehhilfe verspricht. Ein spezielles Linsenraster bildet die 3D-Bilder in neun verschiedenen Blickwinkeln ab. Für eine optimale Sitzposition hilft die integrierte Kamera mit einer automatischen Zuschauererkennung weiter. 

2D-Konvertierung

Zwar ist 3D ein Top-Trend, jedoch werden die meisten Filme nach wie vor noch in 2D und nicht in 3D produziert. Um auch zweidimensionale Filme und Videos in 3D zu sehen, beherrschen inzwischen einige 3D-Fernseher die Umrechnung in das neue Format. Die Qualität reicht bislang jedoch nicht an das Original heran, der täuschend echte plastische Effekt bleibt vorerst noch bei dieser Umwandlung aus.