Antwort: Wer die eigenen mobilen Endgeräte für die Arbeit nutzt, kann jederzeit auf Unternehmensdaten zugreifen.

Was bedeutet „Bring Your Own Device“? 

BYOD meint das berufliche Verwenden privater Endgeräte wie Smartphones und Tablets. Arbeitnehmer können so zum Beispiel ihre betrieblichen E-Mails und Termine auf dem eigenen Smartphone empfangen und beantworten. 

Welche technischen Voraussetzungen müssen dafür erfüllt sein?

Es reichen schon weit verbreitete Serveranwendungen wie Microsoft Exchange, Lotus Notes oder auch BSCW. Solche Programme finden in den meisten Unternehmen schon Verwendung für den Mailverkehr oder das Verwalten von Terminen und Kontakten. Diese Programme können direkt durch die Standardanwendungen der Mobilgeräte abgefragt und synchronisiert werden.

Welche Vorteile hat der Arbeitgeber dabei? 

Er profitiert von der permanenten Anbindung an die Unternehmensdaten, denn der Angestellte kann Wartezeiten, wie etwa die Fahrt mit der S-Bahn, für die Arbeit nutzen. Oftmals besitzen die Angestellten die derzeit modernsten Endgeräte, so dass das Unternehmen von diesen Technologien profitiert. 

Und welche hat der Arbeitnehmer?

Viele Angestellte schätzen die Selbstorganisation, die ihnen durch BYOD zuteil kommt. Sie können ihre Arbeit flexibler gestalten, denn sie sind mobil und zeitlich unabhängig.

Welche Risiken birgt BYOD?

Eine Gefahr birgt ein möglicher Datenverlust oder private Software, die Schaden anrichten kann. Denn der Arbeitgeber gibt einen Teil der Kontrolle seiner Daten an den Mitarbeiter ab. Diesen Kontrollverlust versuchen Unternehmen durch technische Lösungen oder eine geeignete Informationspolitik zu kompensieren. 

Wie kann sich ein Unternehmen vor Viren schützen, die auf den privaten Geräten sein könnten?

Schutz besteht durch technische Lösungen, wie Mobile Device Management und durch die IT-Security des Unternehmens. Der bestehende Schutz sollte auch durch BYOD nicht umgangen werden können.

Besteht für Arbeitgeber die Gefahr, dass die Grenzen zwischen Arbeitswelt und Privatleben verschwimmen?

Ich würde es nicht Gefahr, sondern Herausforderung nennen, wenn nicht sogar eine Chance für beide Parteien. Sicherlich werden viele Angestellte auch so schon private Nachrichten oder Anrufe nicht unbedingt abweisen, nur weil sie im Büro sind. Jetzt gilt es, unternehmerische Kontakte auch außerhalb des Unternehmens zu managen.

Es sollten klare Richtlinien zur privaten Nutzung geschaffen werden. Schließlich kann man sehr einfach privat Social-Networken, wenn man abends seine Termine für den nächsten Tag noch einmal organisiert.

Steht BYOD im Widerspruch zu Kosteneffizienz und Standardisierung?

Kosteneffizienz ist eines der wesentlichen Ziele von BYOD, diese kann auch durchaus erreicht werden. Doch Unternehmen, die auf Standards, feste Strukturen und wenig Dynamik setzen, haben eher Probleme, BYOD im Unternehmen zu nutzen.