Smartphones und Tablets gehören zum Alltag inzwischen dazu. Während die ständige Verfügbarkeit von Informationen für die Nutzer ein Segen ist, hat das Mobilgerät auch eine Schattenseite: Smartphone und Co. werden nämlich auch für Cyberkriminelle immer attraktiver. Das Thema Sicherheit gewinnt deshalb ständig an Bedeutung – und stellt so manches Unternehmen gleich vor mehrere Herausforderungen.

Nicht nur die sogenannten „Digital Natives“ können sich ein Leben ohne Smartphone und Co. schwer vorstellen. Für viele Arbeitnehmer gehören mobile Geräte heute zur Grundausstattung. Die stets verfügbaren Informationen und der Zugriff auf das Unternehmensnetzwerk erleichtern die Arbeit merklich.

Aber leider werden diese Vorzüge auch von einem gewaltigen Risiko begleitet: der Sicherheit der Smartphones. Mit ihrer Verbreitung steigt nämlich auch das Sicherheitsrisiko der Unternehmen. Und das gilt nicht nur für solche Arbeitgeber, die den Mitarbeitern gestatten, ihre eigenen Geräte zu verwenden – Stichwort „Bring Your Own Device“ (BYOD).

Sicherheitsrisiko sorglose Mitarbeiter

Nach einer aktuellen Umfrage von Check Point Software Technologies, bei der über 700 IT-Experten interviewt wurden, wächst die Sicherheitsbedrohung und die damit verbundenen Schäden gerade in den Unternehmen rapide. 87 Prozent der Befragten halten demnach sorglose Mitarbeiter für das größte Sicherheitsrisiko.

Dazu gaben 91 Prozent an, dass die Anzahl der persönlichen Mobilgeräte, die auf Unternehmensressourcen zugreifen, weiter anstieg. Kein Wunder, dass 82 Prozent der Experten für kommendes Jahr mit einem Anstieg der Sicherheitsvorfälle rechnen – und das kostet Geld. Bei 42 Prozent verursachten diese mobilen Vorfälle mehr als 250.000 US-Dollar Schaden. Ein besonderes Risiko stellen dabei junge Mitarbeiter dar.

Das Softwareunternehmen Oracle hat in einer Umfrage herausgefunden, dass fast drei Viertel schon einmal ein mobiles Endgerät verloren haben und mehr als die Hälfte schon einmal bestohlen wurde. 42 Prozent der Befragten im Alter zwischen 16 und 24 gaben an, dass ihr Smartphone außerhalb des Unternehmens verschollen war.

Neue Attraktion für Cyberkriminelle

Aus Sicht der Kriminellen ändern sich die Zeiten ebenfalls. Lag der Fokus in der Vergangenheit vor allem auf Server und Arbeitsplatz-PCs, werden Tablet und Co. zunehmend attraktiver. Bis vor Kurzem war es vor allem attraktiv, ein Smartphone zu stehlen und anschließend zu verkaufen.

Inzwischen sind in Zeiten von Near Field Communication (NFC) und mobilen Bezahlsystemen wie Apple Pay die Daten auf den Geräten selbst interessant. Hersteller reagieren darauf bereits mit biometrischen Sicherungssystemen wie beispielsweise einem Fingerabruckscanner. Dem stehen Sicherheitslücken bei den mobilen Betriebssystemen oder den Apps selbst entgegen.

Besonders Android wird bei der Check-Point-Umfrage weiterhin als System mit den größten Sicherheitsrisiken wahrgenommen.

Es gibt also eine Menge zu tun. In erster Linie gilt es, die Anwender zu schulen und für die Risiken zu sensibilisieren. Gleichzeitig benötigen die IT-Mitarbeiter Unterstützung und zusätzliches Know-how. Den steigenden Anforderungen stehen aber oft konstante Budgets für die IT-Sicherheit gegenüber. Bei den Vorständen und Geschäftsführern ist ein Umdenken gefordert: Sie sind sicher die Letzten, die aus Sicherheitsgründen ihr Smartphone wieder abgeben möchten.