Der Handel tut es. Anlagenbauer ebenso wie Hausärzte und Pflegedienste. Sie alle nutzen im Außendienst Tablet-PCs, Smartphones und Apps. Außendienstler haben riesige Sortimente in der Jackentasche. Jede Bestellung geht umgehend an die Zentrale. Dokumentation im Vorbeigehen, die eine nie gekannte Datenverfügbarkeit und -tiefe schafft. Bei Joghurt, Wurstwaren oder Turbinen erscheint das harmlos – sofern die Daten nicht der Konkurrenz in die Hände fallen.

Doch was ist mit der App-Economy im Fitness- und Gesundheitsmarkt? Allein in den USA gibt es Experten zufolge schon 14.000 Healthcare-Apps, von denen kaum 200 den Datenschutzanforderungen der Zulassungsbehörden genügen. Für Entwickler ist das unbefriedigend. Und für Nutzer beunruhigend. Niemand möchte seine Krankenakte im Web wiederfinden.

Selbst wenn eine App nur Blutdruck, Puls und Kalorienverbrauch beim Training erfasst, gehen die Daten niemanden etwas an. Den wichtigsten Baustein für einen effektiven Datenschutz trägt fast jeder Mensch bei sich: Smartcards – also Bank- oder Gesundheitskarten mit Chip.

Um sie für die Absicherung von Apps nutzbar zu machen, hat das Münchener Start-up IDENTOS die von der Supermarktkasse bekannten Kartenterminals auf halbe Kartengröße geschrumpft. An der USB-Schnittstelle an Smartphones oder Tablet-PCs angedockt oder per Bluetooth drahtlos damit verbunden, schaffen sie dank Chip&PIN das Sicherheitsniveau, das Nutzer vom Bezahlen per Kreditkarte gewohnt sind.

„Daten werden bei unserer Lösung schon in der App verschlüsselt erfasst“, so Firmengründer Robert Schneider. Am Anfang stehe die zweifelsfreie Authentifizierung per Karte und PIN. Erst nach dem Log-in baue das mobile Gerät die sichere, verschlüsselte Standleitung zu den Cloud-Servern auf. Und natürlich funktioniere das Ganze nicht nur mit Patientendaten – sondern auch für Joghurt, Wurstwaren oder Turbinen.