Aber trotzdem schien er ein Gespür dafür zu haben, in welche Richtung die Zukunft geht. Denn entgegen allem Hohn: Der Headset-Trend kommt wieder!

Wearable Technology eröffnet neue Möglichkeiten

Die heute am Ohr getragenen Geräte sind um einiges smarter als die Bluetooth-Headsets in der Vergangenheit. Sie sehen nicht nur eleganter aus, sondern warten mit vielen innovativen Features auf. Da der Blutfluss im Ohr gleichmäßiger verläuft als an anderen Stellen des Körpers, ist es eine wichtige und zuverlässige Quelle, um Gesundheitsmessungen vorzunehmen.

Es reagiert auch weniger empfindlich auf Lichtreize und andere Störungen. Außerdem lässt sich das Ohr nicht, wie zum Beispiel eine Hand, aus eigener Kraft bewegen. Dadurch kann leicht zwischen vorsätzlichen und unbeabsichtigten Bewegungen unterschieden werden. Diese Erkenntnisse ermöglichen vielerlei Innovationen.

Persönlicher Fitnesstrainer

Das Produkt Dash der deutschen Firma Bragi ist ein gutes Beispiel für ein neues Device mit großem Konsumenteninteresse. Obwohl noch nicht auf dem Markt erhältlich, hat es mit einer äußerst erfolgreichen Crowdfunding-Aktion auf sich aufmerksam gemacht. Bei Dash handelt es sich um wasserfeste Wireless-In-Ear-Kopfhörer, die sowohl als MP3-Player als auch als Fitnesstracker eingesetzt werden können. Die Kopfhörer sehen aus, wie moderne Hörgeräte, sollen aber weit mehr bieten.

Der Fitnesstracker beispielsweise kann unter anderem Bewegungen, Geschwindigkeiten, Messungen der Herzfrequenz, Sauerstoffsättigung und Energieverbrauch aufzeichnen. Gleichzeitig kann über Bluetooth mit einem Handy oder MP3-Player verbunden werden, dies mit bester Tonqualität.

Zahlreiche Produkte mit ähnlichen Funktionen, aber weniger dezentem Design, sind in Entwicklung oder bereits auf dem Markt. Das Produkt Lumafit der gleichnamigen Firma wird beispielsweise ebenfalls am Ohr befestigt. Ein Drei-Achsen-Beschleunigungsmesser erkennt hier Tätigkeiten in Realtime – er kann verschiedene Bewegungen wie Sit-ups, Liegestützen oder den Gang zum Kühlschrank erkennen.

Dadurch, dass Lumafit einen medizinischen Herzfrequenzmesser enthält, kann das System sowohl Stress als auch Herzrhythmusstörungen erkennen. Eine zugehörige App hilft dem Nutzer, ein persönliches Trainingsprogramm zusammenzustellen.

Apple mischt wohl auch bald mit

Auch Apple denkt möglicherweise darüber nach, seine Technologie in Kopfhörer zu integrieren. Mit dem diesjährigen Zukauf der Kultkopfhörermarke Beats Music von Hip-Hop-Produzent Dr. Dre und der gleichzeitigen Patentierung von biometrischen Kopfhörern, welche Temperatur, Herzfrequenz und Schweißabsonderung aufzeichnen können, ist zumindest der Weg dazu geebnet.

Der Konzern Motorola bringt mit seinem Moto Hint kein Produkt zur Gesundheitsüberwachung heraus, sondern geht in eine neue Richtung. Die Bluetooth-Headsets wurden nicht nur entwickelt, um Anrufe entgegenzunehmen. Die Nutzung geht viel weiter. Man kann Adressen und Wegbeschreibungen erhalten, kurze Suchabfragen über Spracherkennung machen, sich SMS vorlesen lassen oder schlichtweg Sachen der To-do-Liste beifügen.

Der Hint hat die Größe einer Erdnuss und passt komplett ins Ohr. Ein Sensor erkennt, wenn man ihn einlegt, und schaltet das Gerät automatisch an. Ebenso schaltet er sich aus, wenn man ihn wieder dem Ohr entnimmt.

Soundsight wiederum produziert die ersten Kopfhörer, die gleichzeitig Videoaufnahmen ermöglichen. Die Wireless-Kopfhörer enthalten eine integrierte Kamera mit CCD-Sensor, welche die Welt rundum mit 1080p HD aufnehmen kann, währenddem man sich zum persönlichen Soundtrack bewegt, der über Bluetooth vom MP3-Player oder Smartphone gestreamt wird. Die Weitwinkellinse kann dabei mit einem kleinen Griff an der Außenseite des Hörers bis zu 270 Grad gedreht werden.

Wie durch diese Neuerungen zu erkennen ist, scheint es, dass sowohl kleine als auch große Unternehmen wieder in einen Markt einsteigen, der bereits mehr oder weniger erfolglos zu erobern versucht wurde. Aber dieses Mal machen die komplett neuen Looks und Technologien hinter den Gadgets den Unterschied aus.