Forschungsschwerpunkt Medizintechnik

Im Zentrum für Angewandte Simulation, einem nachgebildeten Operationssaal für Herzoperationen, werden neuentwickelte Geräte und innovative Techniken erprobt und bewertet. Das Simulationszentrum dient auch zur Schulung von Ärzten, Kardiotechnikern, OP-Ingenieuren und OP-Teams an aktuellen Geräten sowie als Plattform für Forschung und Entwicklung.

Ein besonderer Fokus liegt im Bereich der Anwendung Extrakorporaler Zirkulationssysteme – darunter versteht man Gerätschaften, die bei schwierigen Herz-OPs oder in der Intensivmedizin die Herz- und die Lungenfunktion übernehmen.

Bei der Intensivbeatmungstherapie geht es darum, Beschädigungen oder sogar Zerstörungen der Feinststrukturen in der Lunge durch falsch eingestellte Beatmungsgeräte zu vermeiden. Zur Therapieunterstützung werden vom HFU-Forscherteam Beatmungsgeräte anhand der individuellen, von integrierten Sensoren gemessenen Atemparameter des Patienten für eine optimale Beatmungsstrategie automatisch geregelt.

Grundlage für die Therapieführung bildet die Verbindung von komplexen mathematischen und physiologischen Modellen, die den „normalen“ beziehungsweise den gewünschten Atmungsverlauf beschreiben. 

Ambient Assisted Living (AAL)

Verschiedene Forschungsgebiete von der Mikrosystemtechnik über die Informatik, Medizintechnik bis hin zu Sozialwissenschaften werden im neuen Forschungsgebiet AAL der Hochschule verknüpft. Hier geht es um altersgerechte Assistenzsysteme, die als Ambient Assisted Living (AAL, umgebungsunterstütztes Leben) bezeichnet werden. Neben medizinischen Aspekten stehen die technische Unterstützung der Selbstständigkeit im Alltag und die Unterstützung von Versorgungsprozessen in der häuslichen Pflege im Vordergrund.

Im Verbund mehrerer regionaler Partner plant die HFU zum Beispiel im BMBF-Projekt communiCare zu untersuchen, wie der drohende Pflegenotstand im ländlichen Raum durch technische Lösungsansätze abgefedert werden kann. Hierzu werden intelligente Monitoringsysteme zum „betreuten Wohnen zu Hause“ und IT-Lösungen zur Koordination von professionellen und freiwilligen Hilfspersonen entwickelt.

Eine Integrations- und Experimentierumgebung entsteht mit dem „Future Care Lab“, in dem zukünftige häusliche Assistenzsysteme gemeinsam mit Anwendern konzipiert und evaluiert werden können.

In einem weiteren Projekt wird ein Mikrosystembasierter Geruchssensor zur Unterstützung der Pflege bei Harn- und Stuhlinkontinenten Menschen erforscht. Im BMBF-Projekt iView werden Techniken und Verfahren entwickelt, die Blinden auf ihren täglichen Wegen Orientierung und Unterstützung geben.

Gebündelt werden die Aktivitäten in diesem Bereich im Zentrum für Angewandte Forschung ZAFH-AAL, das durch Unterstützung des Landes Baden-Württemberg an der Hochschule Furtwangen errichtet wird und bei dem technische Innovationen mit sozialwissenschaftlichen Ansätzen verknüpft werden.

Studiengänge im Bereich Gesundheitswissenschaften und Medizin

Neben der Forschung bietet die Hochschule zahlreiche innovative Studiengänge im Bereich Gesundheitswissenschaften, Medizin und Medizinische Technik an allen drei Hochschulstandorten Furtwangen, Villingen-Schwenningen und Tuttlingen an: Medical Engineering (B.Sc.), Molekulare und Technische Medizin (B.Sc.), Angewandte Gesundheitswissenschaften (B.Sc.), Industrial MedTec (B.Sc.) und Biomedical Engineering (M.Sc.).