Antwort: Mit elektrischen Impulsen bieten die  modernen Verfahren Patienten bei Unwirksamkeit verabreichter Medikamente eine effektive Behandlungsalternative.

Schmerzlinderung per Knopfdruck: Ein Impuls abgegeben über Elektroden an die Nervenbahnen und die intensiven, pochenden Schmerzen im Kopf klingen ab. Während Medikamente zur Regulierung des chemischen Systems im menschlichen Körper beitragen, setzen Neuroimplantate an den elektrischen Nervenbahnen von Rückenmark und Gehirn an. 

Für Patienten, die an schweren Kopfschmerzen wie Migräne leiden, stellen die neuen Verfahren der Neurostimulation eine Revolution dar. Bei der peripheren Nervenstimulation werden durch Elektroden, die an einen Impulsgenerator angeschlossen sind, die Okzipitalnerven im Nacken durch schwache elektrische Impulse stimuliert. Auf diese Weise können Schmerzen sowie funktionelle Beeinträchtigungen, die durch eine chronische Migräne hervorgerufen werden, wirksam gelindert werden. 

Bei Parkinson erprobt

Schon seit längerer Zeit wird bei Patienten mit Parkinson mit der Tiefenhirnstimulation (THS) ein ganz ähnliches Verfahren erfolgreich  eingesetzt. Mit dem implantierbaren Neurostimulationssystem kann nachweislich eine effektive Linderung der Symptome, bessere Beweglichkeit und damit mehr Lebensqualität erreicht werden.

Anders als beim Neurostimulationssystem für chronische Migräne wird hier der Generator unterhalb des Schlüsselbeines implantiert und mit Elektroden verbunden, die in tiefliegenden Kerngebieten des Gehirns plaziert werden. 

Vielversprechende Ergebnisse

Der erste Neurostimulator wurde 1987 implantiert. Mittlerweile ist die Tiefenhirnstimulation Bestandteil des Leistungskataloges der Gesetzlichen Krankenversicherung und stellt insgesamt eine kosteneffektive Methode zur Behandlung von Patienten mit fortgeschrittener Parkinson-Erkrankung aber auch anderer neurologischer Störungen dar.

Seit Kurzem wird die Tiefenstimulation so auch erfolgreich bei der Behandlung von schweren Depressionen und Zwangsstörungen eingesetzt. Und auch das Auftreten von Schmerzattacken kann unter Anwendung der Tiefenhirnstimulation um 50 Prozent verringert werden.

Daneben liefern weitere neuromodulatorische Verfahren vielversprechende Ergebnisse. Und viele Forscher sind überzeugt, dass die Möglichkeiten der Neurostimulation bei Weitem noch nicht ausgeschöpft sind.