Was genau ist unter personalisierter Medizin zu verstehen?

Die Behandlung für die Patientin oder den Patienten wird bei der personalisierten Medizin anhand der Krankheitsdiagnose und mithilfe zusätzlicher Tests ausgesucht. Diese Tests zeigen, welches Medikament sich für diesen Patienten eignet. Personalisierte Medizin verhilft den Erkrankten zielgerichteter und damit auch schneller zu einer für sie geeigneten Therapie.

Wie würde man beispielsweise im Falle einer Krebserkrankung vorgehen, wenn mittels der personalisierten Medizin diagnostiziert und behandelt werden soll?

Nachdem die Ärzte die Diagnose gestellt haben – beispielsweise Brustkrebs –, untersuchen sie das Tumorgewebe auf Genveränderungen. Je nachdem, welche Veränderung sie feststellen, suchen sie für die Patientin geeignete Medikamente aus, mit denen diese anschließend behandelt wird. Medikamente, die in diesem Fall weniger wirksam wären oder starke Nebenwirkungen zeigen würden, können von Beginn an ersetzt werden.

Wo steht die personalisierte Medizin derzeit? Was ist momentan möglich?

Aktuell zählen wir schon 36 Medikamente, die hierzulande nach diesem Konzept eingesetzt werden; und die Liste wächst stetig. Die meisten der Medikamente werden in der Krebstherapie eingesetzt.

Was erwarten Sie für die nächsten Jahre? Inwiefern werden die Möglichkeiten der personalisierten Medizin den Patienten zunehmend zugutekommen?

Die nächsten acht „personalisierten“ Medikamente sind schon im Zulassungsverfahren oder vor der Markteinführung, unter anderem gegen Eierstockkrebs und Leukämien. Mittelfristig dürfte die personalisierte Medizin den Menschen aber auch verstärkt in anderen Gebieten der Medizin zugutekommen, etwa bei der Behandlung von Diabetes oder psychischen Erkrankungen.

Viele Pharmafirmen berücksichtigen die Möglichkeiten der personalisierten Medizin in der Forschung routinemäßig, sodass sicher bald ein wesentlicher Teil ihrer neu entwickelten Medikamente dafür vorgesehen ist.