Das Idyll des fürsorglichen Landarztes, wie man ihn aus zahlreichen Vorabendserien aus dem Fernsehen kennt, gibt es schon lange nicht mehr. Dafür aber einen eklatanten Mangel an Allgemeinmedizinern auf dem platten Land.

Internet ist schon jetzt eine wichtige Informationsquelle

Schon jetzt greifen viele Menschen bei Beschwerden auf das Internet zurück. Wikipedia mit seiner lexikalischen Funktion, aber auch netdoktor.de, hausmed.de oder Online-Angebote von Apothekenzeitungen sind viel aufgerufene Seiten. Doch die Beschreibungen sind entweder sehr allgemein gehalten oder aber versetzen, aufgrund der Beschreibungen von eventuell auftretenden Folgeerscheinungen bei einigen Beschwerden, den einen oder anderen User eher in Panik.

Europäisches Ausland Vorreiter

In Zukunft könnte gerade hier das Internet Abhilfe schaffen. Und zwar mit einer Online-Sprechstunde. Während in England die Konsultation mit einem Arzt inzwischen eingeführt ist und auch in der Schweiz die Online-Beratung  schon etabliert ist, steckt das System in Deutschland noch in den Kinderschuhen und ist sogar verboten, da hierzulande eine Fernbehandlung gesetzlich eingeschränkt ist.

„Die Systeme sind recht einfach“, erläutert Sebastian Vorberg, Anwalt und Vorstandsmitglied des Bundesverbandes Internetmedizin. „Durch Ausfüllen eines Online-Formulars werden die Fragen an einen Facharzt geschickt, der dann anhand auch eventuell mitgeschickter Bilder oder anhand der geschilderten Beschwerden zu weiteren Schritten rät.“

Selbstverständlich ersetze die OnlineMedizin nicht den Besuch bei einem Arzt, dennoch könne man im Vorfeld über die Anamnese, wie das Erfassen der eventuellen Krankheitssymptome und Vorgeschichte, wichtige Schlüsse ziehen.

Datensicherheit über sichere Verbindungen und absolute Vertraulichkeit sind bei dieser Art der medizinischen Konsultation garantiert. In Deutschland sind auch schon Dienste aktiv, müssen aber aufgrund der gesetzlichen Vorschriften mit starken Einschränkungen und Risiken umgehen.

Widerstand etablierter Medizin

Vorberg beklagt den Widerstand der etablierten Medizin. Dabei lasse sich die Entwicklung zur Digitalisierung nicht aufhalten. Man wolle die Vorteile der digitalen mit den Vorteilen und Leistungen der medizinischen Welt zusammenführen, beschreibt er das Anliegen seines Verbandes. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg, noch sind die Leistungen der Online-Sprechstunden kostenpflichtig und nicht durch die Versicherungsleistungen der Krankenkassen abgedeckt.

Doch aufgrund von Ärztemangel in der Fläche könnte sich dies bald ändern. Auch für Hausärzte, die übrigens in der Vergütung am unteren Ende der Skala rangieren, könnte in Zukunft das Abhalten derartiger Sprechstunden ein interessantes wirtschaftliches Modell werden, um in bevölkerungsarmen Regionen Deutschlands weiterhin praktizieren zu können.