Antwort: Das Licht regt körpereigene Prozesse an und führt auf natürlichem Weg zur Schmerzlinderung – im Gegensatz zu Medikamenten ohne Nebenwirkungen.

Ein wärmender Gürtel oder ein Kissen um Rücken oder Lenden gelegt und die bis eben eingeschränkte Bewegungsfähigkeit ist im Handumdrehen wieder hergestellt. Eine Wunschvorstellung vieler Schmerzpatienten. 

„Blaues LED-Licht auf der Haut regt ausschließlich körpereigene Prozesse an, die in einer natürlichen Schmerzlinderung resultieren können.“

Rückenschmerzen – ein Volksleiden

80 bis 90 Prozent der Bevölkerung erleiden mindestens einmal im Leben klinisch relevante Rückenschmerzen, bei zwei Drittel der Patienten sind sie chronisch und treten anhaltend oder immer wieder auf. Schmerzen haben erheblichen Einfluss auf die Lebensqualität und schränken den Alltag der Betroffenen deutlich ein.

Bislang galten medikamentöse Behandlungen mit Schmerztabletten, Schmerzgels oder auch mit Wärmepflaster als die Mittel der Wahl, unterstützt durch rückengerechtes Verhalten und im Bedarfsfall durch eine Bewegungstherapie. 

Schmerzlos dank Blau-Licht 

Jetzt eröffnet sich eine weitere Option, die den Wunsch, Schmerzen auf einfache und unkomplizierte Weise behandeln zu können, Wirklichkeit werden lässt die Anwendung von blauem LED-Licht.

„Blaues LED-Licht auf der Haut regt ausschließlich körpereigene Prozesse an, die in einer natürlichen Schmerzlinderung resultieren können“, sagt Prof. Dr. Christoph Suschek, Experte für lichtinduzierte Prozesse an der Universität Düsseldorf. Der Vorteil: Mit LED-Licht bietet sich eine natürliche Therapiealternative, die ohne Medikamente auskommt.

Im Gegensatz zur UV-Strahlung ist blaues LED-Licht nicht toxisch und frei von unangenehmen Nebenwirkungen. Denn „je langwelliger die Strahlen werden, desto untoxischer sind sie“, weiß Physik-Professor Dr. Matthias Born, Experte für die Erforschung neuer lichtbasierter Technologien für medizinische Anwendungen bei Philips. Der Physiker leitete ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördertes Projekt, in dem die Wirkungen von Licht auf menschliche Zellen untersucht wurden.

Überraschenderweise fanden die Experten dabei heraus, dass blaues Licht das körpereigene Molekül Stickstoffmonoxid (NO) freisetzt. Dieses dringt bis in die tieferen Hautregionen vor und kann bis hin zum schmerzenden Muskel transportiert werden. Dort sorgt es für eine stärkere Durchblutung und dafür, dass der Muskel besser mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird. Gleichzeitig können schmerzauslösende Substanzen besser abtransportiert werden. 

Zukunftsweisende Entdeckung

Die Entdeckung von NO als Botenstoff im Herz-Kreislauf-System geht auf die amerikanischen Wissenschaftler Robert F. Furchgott, Ferid Murad und Louis Ignarro zurück, die dafür 1998 mit dem Nobelpreis für Medizin geehrt wurden. Diese Erkenntnisse machten sich die Wissenschaftler nun zu Nutze. „Wir wussten, dass UV-Licht in der Lage ist, aus dem im Hautgewebe gespeicherten Nitrit NO zu produzieren“, sagt Prof. Suschek.

Allerdings sei UV-Licht in höheren Konzentrationen und bei Langzeitanwendungen wegen der möglichen Hautschäden kritisch zu bewerten. Nun zeigte sich, dass auch das nicht-toxische blaue LED-Licht in der Lage ist, diese Prozesse auszulösen.

Die Erkenntnisse könnten sich noch als sehr wertvoll erweisen. Erste Studien belegen die positive Wirkung von blauem LED-Licht bei der Behandlung von Rückenschmerzen. Aber auch überall dort, wo Entzündungen oder Durchblutungsstörungen vorliegen, sei eine LED-basierte Therapieform künftig denkbar.