Bei einem Verbrauch von einem Kilo Kerosin-Treibstoff entstehen mindestens drei Kilo CO2, ein Kilo Wasserdampf und 16 Gramm Stickoxide.

Auch wenn Flugzeuge durch den Einsatz modernster Techniken leichter, leiser und umweltfreundlicher geworden sind, wird die Entwicklung allein durch die prognostizierte Zunahme des Flugverkehrs, egalisiert. 2010 bis 2050 soll sich der Flugverkehr weltweit versechsfachen. Umso wichtiger ist deshalb die Erforschung von Biofuels, Biotreibstoffen, die ein wichtiges Mittel gegen den Klimawandel sind.

Gemeinsame Messflüge

Zusammen mit der NASA und dem kanadischen National Research Center führt das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt Messungen von Biotreibstoff-Kerosin-Gemischen sowie dessen Auswirkungen auf die Bildung und Eigenschaften von Kondensstreifen durch.

Dabei kommt das Forschungsflugzeug des DLR zum Einsatz, eine Falcon 20 E, die schon in die Aschewolke der isländischen Vulkane geflogen ist und jüngst auf der Internationalen Luftfahrtausstellung ILA in Berlin zu sehen war. Das mit den Partnern vereinbarte Ziel ist so definiert, dass durch den Einsatz von Biotreibstoffe der CO2 Fußabdruck der Luftfahrt signifikant gesenkt werden und Partikelemissionen und Kondensstreifen reduziert werden sollen.

Fliegen im Abgasstrahl

Der Versuchsaufbau dieser Messflüge ist im Grunde genommen simpel. Eine alte DC 8 der Nasa wurde abwechselnd mit normalem Flugtreibstoff, namens JP-8, einem Flugturbinenkraftstoff für Düsenflugzeuge und einer Eins-zu-Eins-Mischung aus JP-8 und dem Biotreibstoff HEFA betankt. Dieser Biotreibstoff wird aus dem Leindotteröl gewonnen.

Die DLR-Falcon folgt der DC 8 zur Messung der Rußpartikel in ihrem Abgasstrahl. Messungen dieser Art erfordern viel Erfahrung und eine erprobte Messausrüstung, weiß der DLR-Missionsleiter Dr. Hans Schlager vom Institut für Physik der Atmosphäre zu berichten.

Gute Ergebnisse

Vor allem konzentrieren sich die DLR Forscher auf die Emissionen der Rußpartikeln- und Schwefelverbindungen. Auch Größe und Form der Eiskristalle in den Kondensstreifen interessieren sie, denn Kondensstreifen tragen erheblich zum Treibauseffekt bei. Die Test mit dem neuen Biofuel zeigen erste Erfolge: HEFA erzeugt viel weniger Ruß- und Partikelemissionen als das herkömmlich verwendete Flugbenzin.