Wie können die nachgewiesenen organischen Verbindungen in den Wasservorkommen auf dem Saturnmond Enceladus näher untersucht werden?

Der Enceladus, einer der 62 bekannten Monde des Planeten Saturn, hat einen Durchmesser von gerade einmal etwas mehr als 500 Kilometer. Dennoch ist dieser Himmelskörper auf der Suche nach Leben im Weltall in ein ganz besonders großes Interesse der Wissenschaft gerückt. Die Oberfläche des Mondes ist durch eine dicke Eisschicht und sogenannte Kryovulkane gekennzeichnet.

Diese schießen riesige Eiswasserfontänen ins All, in denen durch die US-Raumsonde Casinni im Jahr 2008 organische Verbindungen nachgewiesen werden konnten. Daran anschließend gehen Forscher davon aus, dass sich unter dem Eis auf dem Enceladus ein riesiger Flüssigsalzwasserozean befindet, in dem sich die beobachteten organischen Verbindungen entwickelt haben und durch den Kryovulkanismus an die Oberfläche befördert wurden.

Entwicklung einer Eissonde

Um bei einer erneuten Enceladus-Mission diese Vorkommen näher untersuchen und eventuell existierende Mikroorganismen nachweisen zu können, wurde im Februar 2012 das Forschungsprojekt „EnEx - Enceladus Explorer“ gestartet.

Dabei entwickeln Forscher von der Universität der Bundeswehr München, der TU Braunschweig, der FH Aachen, der RWTH Aachen, der BU Wuppertal,  der Universität Bremen und vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) eine Eissonde,  die sich durch die Eismassen des Enceladus vorarbeiten und Proben entnehmen kann.

Ungefähr 18 Jahre Missionsdauer

„Zur Umsetzung des Projekts sind wir mit großen Herausforderungen konfrontiert. Das hängt vor allem mit der Missionsdauer von circa 18 Jahren und den schwierigen Umweltbedingungen auf der Oberfläche des Enceladus zusammen“, erklärt dazu Professor Roger Förstner, der in seinem Teilprojekt zunächst klären will, wie eine entsprechende Raumsonde zum Saturnmond gelangen und dort landen kann.

Darauf aufbauend soll dann erforscht werden, in welcher Form die Sonde technisch umgesetzt wird.

Hierzu erläutert Professor Förstner: „Bei der Entwicklungsarbeit wird ein besonderer Schwerpunkt auf dem autonomen Betrieb der Sonde liegen, denn Funksignale von der Bodenstation bis zum Enceladus können bis zu 1,5 Stunden benötigen, sodass die Sonde spontan auftretende Situationen zunächst allein bewältigen muss.“

Gelingt es den Forschern, diese Problemstellungen erfolgreich zu bearbeiten, so könnte die nächste Weltraummission zum Saturnmond Enceladus entscheidende neue Erkenntnisse auf der Suche nach Leben im Weltraum liefern.