Vor allem Hersteller aus den BRIC-Staaten bergen ein großes Potenzial für Allianzen.

Die Ansiedlung von hochspezialisierten Unternehmen bestand lange Zeit vor allem in der Frage der vorhandenen Infrastruktur, sprich Flug-, Straßen-, Schienenanbindungen, aber auch im Vorhandensein geeigneter Schulen für die Kinder der Mitarbeiter oder kultureller Einrichtungen. 

Expertise und Können wird Standortfaktor

Zunehmend werden Unternehmensansiedlungen jedoch auch geprägt von dem vor Ort vorhandenen Knowhow. „Die Luftfahrtbranche ist für Hamburg ähnlich wichtig wie der Hafen“, erläutert der Hamburger Bundestagsabgeordnete Jürgen Klimke.

Bei Unternehmen wie Airbus oder Lufthansa Technik, die hier ihre Produktionsstätten haben, bilden heute die Mitarbeiter mit deren Kompetenz und Können den Kern der Wertschöpfung.  Und da sich heute eine Region im weltweiten Standortwettbewerb befindet, sind diese Menschen zu einem wichtigen Standortvorteil geworden.“

Vor allem die Luft- und Raumfahrtindustrie bietet hervorragende Perspektiven für ingenieur- und naturwissenschaftliche Absolventen, entsprechend attraktive Berufsperspektiven sind in internationalen Konzernen genauso wie bei kleinen und mittleren Unternehmen zu finden. 

So waren auch die über 300 kleinen und mittelständischen Unternehmen sowie verschiedene technologisch-wissenschaftliche Institutionen mit annähernd 40.0000 hochqualifizierten Mitarbeitern im Luftfahrtcluster der Elbmetropole beispielsweise für die MBtech Group ein gewichtiger Grund für die Hamburger Standortentscheidung. Der Engineering- und Consulting-Dienstleister baut dort seine Aerospace-Sparte mit dem Ziel von 1.000 Mitarbeitern bis 2017 auf.

Zusammenarbeit mit global agierenden Kunden

Als weiterer wichtiger Ankerpunkt gilt die räumliche Nähe zum Hauptkunden Airbus, der in den letzten Jahren seine Entwicklungs- Fertigungsorganisation weiter entwickelt  hat. Inzwischen werden hier nämlich verstärkt sogenannte Systemcontractors eingebunden, die verstärkt in die Abläufe im Werk und in der Entwicklung einbezogen werden. So gibt es in Hamburg Finkenwerder inzwischen gemeinsame Poolräume, in denen die Zulieferer, die sich zunehmend zu Systempartnern entwickeln, zusammen arbeiten und konferieren können.  

Trotz starker partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit den heutigen Flugzeugbauern, wird es für die Zulieferer zunehmend wichtig auch über den europäischen und US-Markt hinauszublicken.

Gerade in den Schwellenländern der BRIC Staaten bilden sich bevölkerungsreiche neue Märkte, in denen deutsche Unternehmen mitspielen wollen. Dr. Michael W. Müller, Leiter der MBtech Aerospace-Sparte: „Für uns als Engineering- und Consulting-Dienstleister ist es besonders spannend und wichtig, die Veränderungen im Flugzeugmarkt zu beobachten. Airbus zum Beispiel verändert aktuell seinen „Manufacturing Footprint“ und geht mit Werken nach China und USA. Zudem deutet es sich an, dass sich auch die Gewichte auf der Herstellerseite langfristig verändern werden."

Dr. Müller weiter: „Derzeit herrscht ein Duopol der beiden großen Hersteller Boeing und Airbus. In einigen Jahren werden jedoch auch indische, chinesische, russische oder südamerikanische Firmen eine wichtige Rolle im Aeropace-Markt spielen. Für Dienstleister bedeutet das, flexibel und international zu agieren, schon jetzt die richtigen Strukturen und Kompetenzen aufzubauen, um Kunden weltweit zu unterstützen. Für die Mitarbeiter bedeutet solch eine Ausrichtung wiederum gute internationale Karrierechancen und interessante Projekte.“