Besonders in den letzten Jahren hat die Branche viel Ballast hinter sich gelassen: Heute gibt es Serienautos, die mit einer Ladung Strom aus der Steckdose oder mit Wasserstofftanks hunderte von Kilometern weit fahren. Sie parken oder lenken selbst. Und dabei werden sie auch noch immer leichter.

So paradox es klingt, in einem Bereich konkurrieren Automobilhersteller darum, wer der größte Verlierer ist: Das Gewicht. Die Erklärung? Mit sinkendem Gesamtgewicht werden Ressourcen geschont, der Verbrauch reduziert sich, damit verringert sich der CO2 Ausstoß – nur der Fahrspaß steigt, denn bei weniger Gewicht spielen Schwer- und Fliehkraft eine kleinere Rolle in den Kurven.

Und das ist gut so, der Fahrspaß soll hoch sein! Schließlich geht es darum, dass sich die Verbraucher sich trotz wachsender Bedeutung des gesamten Mobilitätsmix immer wieder auch für das Automobil entscheiden. Hier setzt zum Beispiel Freefloating Carsharing neue Trends. Mobilität muss verfügbar sein, individuell und darf nicht einschränken.

Leicht in die Zukunft

Die Zukunft wird also leicht. Wie sehr, das haben Hersteller auch auf der diesjährigen IAA gezeigt. Automobile ganz aus Aluminium? Was noch vor wenigen Jahren Vision war, ist heute Realität. Anno 2015 werden Karosserien serienmäßig aus hochfestem Aluminium gebaut, mit Hilfe jahrelanger Expertise, unzähligen Nieten, kiloweise Luftfahrtkleber und vielen hundert Robotern.

Die Produktion von Aluminiumkarosserien kann mittlerweile so schnell von statten gehen, dass sie sich in den Zyklen kaum von der Stahlfertigung unterscheidet. Ein wichtiger Aspekt, denn Zeit ist Geld, das gilt für alle Branchen.

Hohe Reichweite, kleiner Verbrauch

Ein weiterer, sehr starker Trend: Alternative Antriebe. Vollhybrid und Plugin-Hybridversionen  neuen Typs minimieren durch das perfektionierte Zusammenspiel von Verbrenner- und E-Motoren den Verbrauch. Das Nachladen der Akkus funktioniert per Steckdose und schafft die Halbstundenmarke.

Die neuen Lithium-Batterien haben dabei nicht nur revolutionär tiefe Ladezeiten, sondern auch unerhört hohe Reichweiten. 300 Kilometer, statt wie bislang 150 sind dabei nur der Anfang. Hersteller versprechen bis 500 Kilometer – und das serienmäßig, schon in der nahen Zukunft.

Touchscreen oder Gestensteuerung?

Auch im Cockpit hat sich einiges verändert. Fortan blickt der Fahrer Touchscreens oder auf ein OLED-Display, die wiederum recht klassisch die bekannten Rundinstrumente abbilden. Auch gibt es holografische, gestengesteuerte Displays zur Darstellung von Medien, Navigation, Klimasteuerung, Kontakten und weiteren Fahrzeugfunktionen.

Dazu sind zahlreiche Sicherheitssysteme wie Bremsassistenten mit Fußgängererkennungs-Funktion, Spurhalteassistent, adaptive Geschwindigkeitsbegrenzer und Aufmerksamkeitsassistent im Angebot.

Und klar, das Fahrzeug neuesten Typs ist voll vernetzt. Das betrifft nicht nur die Passagiere. Bei Bedarf kann sich das Fahrzeug selbst mit der Fachwerkstatt in Verbindung setzen. Nur alleine einsteigen, dass muss man auch 2016 noch.