Die Rede ist von Vliesstoffen, die wegen ihrer Effizienz und variablen Einsatzmöglichkeit von Autobauern immer mehr geschätzt werden.

Die Industrie fertigt die textilen Flächengebilde vorwiegend aus Kunststofffasern. Diese werden mittels Hitze, Nadeln oder Wasserdruck verfestigt. Häufig kommen Polyesterfasern zum Einsatz, die auch aus recycelten PET-Flaschen gewonnen werden. Auch in Sachen Nachhaltigkeit sind sie also überzeugend.

Hochwirksam und verformbar

Vliesstoffe zeichnen sich durch eine hohe innere Oberfläche aus, wodurch sich verschiedene technische Eigenschaften generieren lassen. Zum Einsatz kommen sie jedoch nicht nur in der Fläche. Mittels 3-D-Verfahren lassen sich aus Vliesstoffen oder Composites – die Kombination mit weiteren Werkstoffen – auch funktionale Formteile herstellen. Da die Forschung nicht stillsteht, machen die hochwirksamen und geruchsneutralen Textilien so bisher eingesetzten, massiven Bauteilen Konkurrenz.

Allzweckwaffe im Auto

Da sie besonders leicht sind, kann inzwischen kein Automobilhersteller auf sie verzichten, um bei Fahrzeuggewicht und Kraftstoffverbrauch zu sparen. Im Fahrzeug ist ihr Einsatzspektrum breit: Man findet sie im Dachhimmel, im Sitz, im Armaturenbrett oder in der Hutablage. Konturentreu schmiegen sie sich als Verkleidungen an Säulen oder in Kofferraumböden. Weiterer Pluspunkt im Innenraum: Sie schlucken Schall und dienen als Akustikdämpfung.

Einsetzbar sind sie aber auch im Motorraum, als Radlaufschale, im Unterbodenschutz oder als Flüssigkeits- oder Luftfilter. Da sie wasser- und ölabweisend sind, fungieren sie auch als Schutzschild gegen Witterung und Schmutz.

Unsichtbar und effizient

Nach dem zweiten Weltkrieg – zu Beginn ihrer Entstehung - wurden Vliesstoffe vor allem für die Polstermöbel- und Bekleidungsindustrie eingesetzt. Später folgten Reinigungstücher, Filtermedien oder die Hygieneindustrie. Heute verwenden sie neben der Automobilindustrie auch der Flugzeugbau oder das Bauwesen. Dort sind sie ebenfalls eher unsichtbar. Aber ziemlich effizient.