Moderne Lichttechnik kann damit Wünsche für gleich zwei Zielgruppen erfüllen: Autofahrer wollen, dass ihr Auto trendy, modern und elegant aussieht. Hersteller wiederum setzen gern Akzente, um sich durch unverwechselbare Optik von der Konkurrenz abzuheben.

Auf der K Messe in Düsseldorf, der weltweit führenden Show für die Kunststoff- und Kautschukindus-trie, zeigten im Oktober dieses Jahres Entwickler, wie mit Holografie als innovativer Technik futuristisch anmutende Lichtdesigns möglich sind.

Denn holografische Folien eignen sich ideal, um verschiedene Lichtfunktionen in der Karosserie elegant und platzsparend zu integrieren. Mit den Folien lässt sich die Einbautiefe verringern, und Automobilhersteller haben die Möglichkeit, kompaktere Leuchten zu verbauen.

Auch das Bremslicht strahlt im neuen Design.

Die Holografiefolie wird dabei mithilfe von LED-Lichtquellen und Reflektoren von hinten beleuchtet. So entsteht ein 3-D-Effekt – ganz so, als schwebten die Elemente frei im Raum. In den äußeren Elementen der Heckleuchte lässt sich zum Beispiel ein Hologramm mit einer Vielzahl leuchtender Flächen einbauen. Außerdem kann eine mittlere Leuchte in der Heckklappe integriert werden – auf ihr scheint dann das Logo der jeweiligen Fahrzeugmarke im Raum zu schweben.

Auch das Bremslicht strahlt im neuen Design: Anstelle der separaten, hochgesetzten Bremsleuchte ist zum Beispiel eine gemeinsame Signatur von Bremslicht und hochgesetzter Bremsleuchte möglich.

Homogene Lichtverteilung

Ebenfalls können so Schlusslicht und Blinklicht optisch miteinander verbunden werden. Dafür kommt eine Diffusorfolie mit diffraktiver Optik – also optische Elemente zur Formung eines Lichtstrahls – zum Einsatz. Diese formt und teilt Lichtstrahlen mit geringem Lichtverlust und sorgt so für eine homogene Lichtverteilung. Die dahinterliegenden LEDs sind in den beiden äußeren Teilen zweifarbig ausgeführt, sodass sich sowohl die Blinklicht- als auch die Schlusslichtfunktion erzeugen lassen. Die Funktionen sind darüber hinaus animiert. So lässt sich etwa der Effekt eines „wischenden“ Blinklichts
umsetzen.

Ein wichtiges Gestaltungsmaterial ist in diesem Zusammenhang der Kunststoff Polycarbonat in Kombination mit LEDs.

Aber nicht nur das Heck, auch die Front profitiert von den innovativen Designmöglichkeiten: Hier gibt es eine fugenlose, homogene Oberfläche. Ein durchgehendes Leuchtband mit Signalfunktionen erstreckt sich dann über die gesamte Fahrzeugfront. Äußere Lichtleiter erzeugen dabei das Blinklicht sowie das Tagfahrlicht, das sich wiederum zum klassischen Standlicht dimmen lässt.

Sowohl im Front- als auch im Heckbereich sind LED-Displays integriert, um zusätzliche Animationen etwa zur Begrüßung des Fahrers zu ermöglichen. Ein weiteres aufmerksamkeitsstarkes Mittel zur Individualisierung von Fahrzeugen und ein „Hingucker“ in jeglicher Hinsicht.

Künftig könnte dies nicht nur im Stand, sondern auch bei der Fahrt möglich sein, zum Beispiel in Kombination mit anderen Lichtfunktionen. So würde dann beim Bremsen beispielsweise nicht nur das Bremslicht leuchten, sondern auch die zusätzliche Kennzeichnung „Stopp“ erscheinen.

Wärmebelastbares Polycarbonat

Ein wichtiges Gestaltungsmaterial ist in diesem Zusammenhang der Kunststoff Polycarbonat in Kombination mit LEDs. Dieser wärmeverformbare und in allen Farben – von transparent bis schwarz – verfügbare Werkstoff eignet sich zusammen mit den LEDs für Vorsatzoptiken, aber auch Reflektoren und Diffusoren. Im Vergleich zu Glas und Metall ist er wegen seiner geringen Dichte deutlich leichter und kann Gewicht einsparen. Ein entscheidender Faktor zur Verbrauchs- und CO2-Reduzierung von Fahrzeugen.

Hinzu kommt die bereits erwähnte Design- und Gestaltungsfreiheit, wenn er in Spritzgießtechnik verarbeitet wird. So sind beispielsweise filigrane Geometrien deutlich besser als mit Glas umsetzbar und gleichzeitig deutlich leichter. Führungen für Anbauteile oder Elemente zur Befestigung sind direkt integrierbar und müssen nicht separat in einzelnen Schritten der Fertigung angefügt werden. Spritzguss ist außerdem in einer Großserienproduktion wirtschaftlicher.

Außerdem ist Polycarbonat sehr schlagfest und bruchsicher bis minus 30 Grad Celsius. Auch deshalb wird es bereits heute in vandalismusgefährdeten Leuchten und Lampen sowie in LED-Lichtsystemen für Sportstätten oder im Offshore-Bereich häufig eingesetzt.