Welches Thema treibt die Branche zurzeit um?

Branchenspezifisch sind die Megatrends Sicherheit, Umwelt, Information und Vielfalt versus Kosten. Letzteres macht sich beim urbanen Verbraucher mit Carsharing oder einem Zweitwagen bemerkbar. Besonders in den USA und im asiatisch-pazifischen Raum geht es einher mit dem Wunsch, auch weite Strecken bequem zu fahren.

Elementar ist weiterhin die Schadstoffreduzierung. Der Verbrennungsmotor ist zwar auch noch in den kommenden 20 Jahren integral. Dennoch gewinnen Hybridmotoren an Bedeutung. Hinzu kommen Hybridmaterialmixe, die beim Leichtbau eine wichtige Rolle spielen.

Wie wichtig wird die Digitalisierung künftig im Auto?

Sie ist ein weiterer entscheidender Trend. Wir brauchen Antworten auf die Frage, wie Informationen, also zum Beispiel Verkehrsnachrichten, online in das Fahrzeug gelangen und dort in einem Datennetzwerk nutzbringend verarbeitet werden. Nötig sind dann Schnittstellen zwischen der Elektronik und der Informationstechnologie. Langfristiges Ziel muss sein, den Inhalt aus der Cloud auch im Auto zu verwenden.

Es stellt sich auch die Frage, welchen Einfluss diese komplexen Systeme final auf das automatisierte Fahren haben. Man startet zurzeit mit der Fahrerassistenz und Einparksystemen. Später kommen weitere Bereiche hinzu, bei denen der Fahrer nur noch Überwachungsfunktionen hat.

Und irgendwann sitzt er hinten auf der Rückbank – und setzt sich dem voll automatisierten Fahren gänzlich aus. Aber schon fragt man sich in Bezug auf Sicherheit, wieweit er dabei seine Souveränität verlieren darf.

Wie verändert sich in Zukunft das Fahren für den Verbraucher?

Es wird generell komfortabler, stressfreier, leiser und sicherer. Dank neuer Sensorik, Kameras und Daten, die mit komplexen Rechenvorgängen schneller zur Verfügung stehen, muss er immer weniger Verkehrseinflüsse managen. Navigationsgeräte programmieren sich nach neuen Verkehrsnachrichten selbst um. Oder die Kinder schauen sich auf dem Rücksitz den letzten Film an, den man aus iTunes in die Cloud geladen hat.

Unangenehme Geräusche werden gedämpft oder sogar eliminiert, angenehme erzeugen Wohlbefinden und werden hervorgehoben. Qualität bleibt hörbar. Das Design ist innen wie außen deutlich futuristischer. Und der Verkehr auf der Autobahn gestaltet sich ruhiger, da die Abstandshaltung professioneller ist.

Automobilkonzerne setzen bei solchen Innovationen vor allem auf Engineering-Dienstleister. Welche Vorteile bieten sie?

Die Konzerne stehen global unter großem Wettbewerbs- und Innovationsdruck. Externe Dienstleister führen schnell qualifizierte Mitarbeiter zu Projektteams zusammen, um innovative Technologien zu gestalten. Solche Projekte werden bemerkbar großvolumiger, gerade wenn es um Derivate, Neufahrzeuge oder Themen aus dem Antrieb geht.