Das waren noch Zeiten zu Beginn der Massenmobilisierung des Autos. Da war die Anzahl an Werkstoffen ziemlich überschaubar: Gummi gab’s für die Reifen. Stahl für die Karosserie und dazu ein, zwei Lackfarben.

Leichte Materialien

Aber in heutigen Zeiten, in denen Entwickler viel dafür forschen, damit das Auto an Gewicht verliert, sind diese Werkstoffe – neben sparsamen Antrieben – die entscheidende Stellschraube für die Einsparung von CO2. Denn wird durch leichte Baumaterialien Fahrzeuggewicht eingespart, verringern sich sowohl der Rollwiderstand als auch der Energieaufwand für die Beschleunigung.

Wirtschaftlicher Stahl

Der Löwenanteil des Gesamtgewichts eines durchschnittlichen Pkw entfällt auf Karosserie und Fahrwerk. Hier lohnt es sich also besonders, leichte Werkstoffe einzusetzen. Abgenommen hat seit den 70er-Jahren zwar die Verwendung von Stahl und Eisen in der Pkw-Produktion. Leichtere Werkstoffe wie Kunststoffe und Aluminium gewinnen Anteile.

Auf lange Sicht führt jedoch am Stahl bei der Massenproduktion kein Weg vorbei. Denn Alternativen wie zum Beispiel Carbon oder Aluminium haben nach wie vor Nachteile. Sie sind zwar leichter. Aber nicht zu unterschätzen sind unter ökologischen und ökonomischen Gesichtspunkten die Faktoren Recycling und Produktion. Bei ihnen ist Stahl nach wie vor am wirtschaftlichsten.

Experten schätzen, dass es zum Beispiel die vierfache Menge an Energie braucht, um ein Karosserieblech aus Aluminium zu erstellen – im Vergleich zu hochfestem Stahl. Bei Kunststoff sind die Kosten sogar um den Faktor 15 höher.

Flexibel und sicherer

Außerdem gibt es beim Stahl inzwischen neue Fertigungsverfahren: Die Branche profitiert von hochfesten, aber gleichzeitig gut verformbaren und flexiblen Stählen. Ihre mechanisch-technologischen Eigenschaften für crashrelevante Strukturen senken nicht nur das Gewicht um bis zu 35 Prozent. Sie verbessern auch den Sicherheitsstandard.

Hinzu kommen die hervorragende weltweite Verfügbarkeit von Stahl und die langjährig erprobten und abgesicherten Weiterverarbeitungsprozesse entlang der gesamten Fertigungskette. Von der Umformung mit hohen Designfreiheiten über das Fügen bis hin zur Lackierung und Reparaturfähigkeit von Bauteilen und Komponenten – Stahl bleibt bei den Leichtbauwerkstoffen in Summe am überzeugendsten.