Dank Hochleistungssteuergeräten lassen sich zahlreiche neue Funktionen künftig auch effizient managen.

FAS ermöglichen aber nicht nur mehr Komfort, sondern langfristig gesehen Autos, die unter Umständen autonom fahren können. Auf einer fünfstufigen Skala stuft der Verband der Automobilindustrie den derzeitigen Stand der Autoindustrie auf dem Weg zu Level 3 ein. Das bedeutet „hochautomatisiertes Fahren“.

Zahlreiche Daten durch Steuergeräte

Die Sensoren der FAS liefern während der Fahrt zahlreiche Daten. Vor allem Video und Kameras tragen zu einer starken Zunahme der Datenmenge bei. Die gesammelten Informationen aus den verschiedenen Quellen müssen zudem fusioniert und analysiert werden, um das Umfeld des Autos exakt zu erfassen.

Die Zahl der einzelnen Steuergeräte in einem gut ausgestatteten Premiumauto beträgt mittlerweile zwischen 70 und 100. Für diese beiden Entwicklungen wird künftig eine sehr hohe Rechenleistung erforderlich sein, die herkömmliche einzelne Steuergeräte nicht bieten können. Der verfügbare Bauraum in den Autos bleibt allerdings begrenzt. Und: Die Komplexität des Bordnetzwerkes steigt mit jedem zusätzlichen Steuergerät dramatisch an.

Funktionen in Plattformen

Die Zeiten, in denen für jede neue Kundenfunktion einfach ein weiteres Steuergerät hinzugefügt wurde, sind aufgrund von Mehrkosten, aufwendigerer Verkabelung und Einschränkungen beim Packaging vorbei.

Es müssen sich nicht alle Applikationen zur gleichen Zeit auf der gleichen Entwicklungsstufe befinden.

Deswegen geht der Trend immer stärker in Richtung Modularisierung von automotiven elektronischen Systemen und der Implementierung von neuen Funktionen auf Softwareebene. Beides führt in Richtung hochintegrierter Plattform- oder Domänensteuergeräte. OEMs können dann aus einer Vielzahl an Lieferanten für Funktionen die besten auswählen und deren Applikationen in ein Komplettsystem einbauen oder integrieren lassen.

Funktionssoftware lässt sich danach in mehreren verschiedenen Automodellen einsetzen, was umgekehrt wiederum notwendig ist, um die hohen Kosten und Aufwände für die Funktionsvalidierung besser und breiter verteilen zu können.

Leichtere Integration

Das Prinzip der strikten Trennung der einzelnen Funktionen auf Softwareebene und ein ausgeklügeltes Partitionierungskonzept tragen zu einer Zeit- und Kostenersparnis bei der Integration bei. Es müssen sich nicht alle Applikationen zur gleichen Zeit auf der gleichen Entwicklungsstufe befinden. OEMs brauchen nicht abzuwarten, bis bestimmte Meilensteine erreicht sind, wie es bei der sequenziellen Integration von Applikationen bisher der Fall ist.

Die verschiedenen Funktionslieferanten können ihre Anpassungen und die Integration auf der Plattform gleichzeitig und völlig unabhängig voneinander vorantreiben. Durch die zeitliche und räumliche Entkoppelung der Applikationen ergibt sich auch automatisch Rückwirkungsfreiheit, was den Aufwand für Test und Fehlersuche noch weiter reduziert.

Die OEMs oder ein Systemintegrator führen alle Funktionen auf der Plattform zusammen und stellen sicher, dass sie nicht nur einzeln, sondern auch gemeinsam wunschgemäß funktionieren.

Höchste Sicherheitsstandards

Garantiert werden können auf einer solchen Plattform auch höchste Sicherheitsstandards. Sie sind eine Grundvoraussetzung für das künftige autonome Fahren und vergleichbar mit Standards, die heute bereits in der Luftfahrt eingesetzt werden.