Welche sind die aktuell spannendsten Trends zum Thema intuitives Fahren – und warum?

Am Steuer eines Autos kann sich der Mensch auf ein hoch entwickeltes Wahrnehmungssystem verlassen, das die Evolution über Jahrtausende perfektioniert hat. Erfahrungen und Wissen um Zusammenhänge kompensieren dabei manche Unzulänglichkeiten der menschlichen Sensorik.

Spannend ist daher, wie wir Ablenkungen minimieren können. Beziehungsweise Aufgaben so an das Fahrzeug delegieren, dass der Fahrer von lästigen Tätigkeiten entlastet, aber für kritische Entscheidungen rechtzeitig hinzugezogen wird.

Da aber einer der Trends darin besteht, die Fahraufgabe komplett zu delegieren, benötigt das Fahrzeug ein Umfelderfassungssystem mit sich ergänzenden, mehrfach redundanten Technologien, wie Radar-Cocoon, Kameras und Laserscanner.

Extrem interessant wird es dann, wenn wir über lernende Systeme, ähnlich wie beim Menschen, die Sensorik gezielt auf kritische Situationen trainieren.

Inwieweit ist auch der Verbraucher ein Innovationstreiber?

Ein Grundbedürfnis ist Sicherheit. Durch die Arbeit von Verbraucherschutzorganisationen wie Euro NCAP werden beispielsweise Notbremssysteme schnell und breit in den Markt gebracht. So lassen sich einerseits zukünftig viele Unfälle vermeiden. Andererseits wird die dafür notwendige Sensorik auch in anderen Situationen den Fahrer wirkungsvoll entlasten.

Je mehr Bildschirme und Kameras im Auto Einzug halten, desto mehr sorgen die Innovationszyklen der Unterhaltungselektronik für eine Beschleunigung der Entwicklung. Die Verbraucher erwarten im Auto dieselbe Bildqualität und zunehmend auch Updates „over the air“, also über das Funknetz. Die damit verbundenen Anforderungen an Sicherheit stellen eine echte Herausforderung dar.

Wie sieht das Auto in 50 Jahren aus?

Wenn wir die obigen Punkte extrapolieren, dann wird das Auto sich grundlegend verändern. Es gewinnt Bedeutung als mobiler Rückzugsraum, in dem die individuelle Zeitnutzung dem Fahrer ein Stück Freiheit zurückgibt, in dem er die Fahraufgabe delegiert. Unfälle werden bis dahin der Vergangenheit angehören, sodass die Autos auch leichter gestaltet werden können.

Ist das Auto in der Lage, selbstständig von A nach B zu fahren, stellt sich natürlich auch die Frage, ob es dort stundenlang ungenutzt stehen muss. In Verbindung mit dem Trend zu großen Ballungsräumen wird sich Carsharing stark verbreiten, und es wird speziell darauf zugeschnittene Fahrzeuge geben, die als fahrerlose Taxis den Bedarf nach individueller Mobilität decken.

Ein eigenes Fahrzeug als individueller Lebensraum, wie die eigene Wohnung, wird dennoch für viele Menschen ein erstrebenswertes Ziel bleiben.