Kein Automobil verlässt mehr das Band, bei dem nicht wesentliche Teile oberflächenveredelt sind – angefangen bei verchromten Felgen, dekorativen Zierteilen im Interieur bis hin zu verzinkten Schrauben und hartverchromten Kolbenstangen im Motorraum.

Die Automobilindustrie ist die größte Abnehmerindustrie dieser Branche. Der Wertanteil galvanischer Oberflächen, gemessen am Gesamtwert des Endproduktes, beträgt etwa fünf bis 15 Prozent. Trotz dieses relativ geringen Aufwands bewirken galvanisch veredelte Oberflächen Großes. So werden in Deutschland jährlich Schäden durch Verschleiß und Korrosion im Wert von rund 150 Milliarden Euro verhindert.

Galvanotechnische Verfahren sind in der Lage, nach fachgerechter Vorbehandlung metallische Schichten auf verschiedenen Substraten abzuscheiden. Glanzchromschichtsysteme können selbst auf Kunststoffbauteilen abgeschieden werden, wodurch dekorativ anmutende Zierelemente hergestellt werden. Bis zu 40 verschiedene verchromte Bauteile sind im Interieur und Exterieur heutiger Fahrzeuge zu finden.

Die Oberflächentechnik hat direkten Einfluss auf Funktionalität und Lebensdauer.

Mit nur circa einem Kilogramm Zink können hochwertige Korrosionsschutzschichten, in Form von Reinzink oder Zinklegierungen, auf bis zu einer Tonne Schrauben erzeugt werden. In Verbindung mit verschiedenen Nachbehandlungen, wie Passivierungen und Topcoats, werden optimale Reibwerte eingestellt. Somit lassen sich beispielsweise Radschrauben beim turnusmäßigen Wechsel der Räder von Sommer- auf Winterbetrieb immer leicht lösen und wieder sicher anziehen.

Die Oberflächentechnik hat direkten Einfluss auf Funktionalität und Lebensdauer, aber auch auf das Design und nicht zuletzt die Herstellungskosten – und wird damit zu einem wichtigen Konstruktionswerkzeug für Fahrzeugkonstrukteure.

Die zukünftigen Herausforderungen für die Oberflächentechnik liegen in der Behandlung neuer Werkstoffe, insbesondere von Leichtmetallen und höchstfesten Stählen, die zur Gewichtsreduzierung entwickelt werden.