In Zukunft könnten auch Autos so produziert werden. Die Fahrzeugkarosserien der Zukunft müssen nicht unbedingt aus Metall oder Kohlefaser sein. Denn erstmalig wurde von einem Automobilentwickler und einem Spezialisten für Outdoor-Equipment, bei dem sich normalerweise Menschen für ihre Abenteuer in der Welt ausrüsten eine besonders leichte Hülle entworfen.

Die Karosserie des Sportwagens wird zum Großteil per 3-D-Druckverfahren hergestellt. Bei der Bespannung handelt es sich um ein dreilagiges Polyester-Jersey-Stretch-Gewebe, das sowohl wasserdicht als auch atmungsaktiv ist und bisher hauptsächlich für die Herstellung von Funktionsbekleidung, Rucksäcken und Zelten verwendet wurde. Das skelettartige, organische Material wird durch eine Hinterleuchtungstechnik sichtbar gemacht.

Wer wie wir die Autos von morgen entwickelt, muss den Blick auch stets auf übermorgen gerichtet haben.

Schnellere Produktion

Doch ist das alles wirklich realistisch? Und ist die Karosserie der Zukunft auch straßentauglich? Ja und nein. Kleinere Kunststoffteile im Auto- wie auch im Flugzeugbau werden bereits in 3-D-Druckern hergestellt. Doch nicht nur Kunststoffe. In der Luftfahrt spricht man schon von Teilen aus verschiedenen Metallen. Und: Es gibt ein Verfahren, das derzeit erforscht wird, mit dem in Kunststoffe sogar Endlos-Kohlefasern eingezogen werden – während des Druckvorgangs.

Bis allerdings eine gesamte Fahrzeugstruktur aus einer High-End-Druckmaschine ruckelt, wird es wohl noch etwas dauern. Noch nämlich funktionieren generative Fertigungsverfahren nur mit wenigen Materialien und in kleineren Stückzahlen, doch der 3-D-Drucker Robotmech stellt schon metergroße Teile her.

So haben auch Forscher am Fraunhofer-Institut für Lasertechnik beispielsweise bereits Ventile aus Aluminium per generativem Verfahren hergestellt. Die Herstellung der insgesamt sechs Ventile ließ sich per selektivem Laserschmelzen (SLM, Selective Laser Melting) in sieben Arbeitstagen bewerkstelligen.

Das zeigt auch: Für spezielle Bauteile, von denen nur kleine Stückzahlen benötigt werden, ist das generative Verfahren ideal. Beim klassischen Druckgussverfahren dauert es nämlich rund 120 Arbeitstage, ehe mit der Produktion überhaupt begonnen werden kann, weil zunächst die Gussformen aufwendig gefertigt werden müssen.

Danach aber können dauerhaft hohe Stückzahlen schnell produziert werden. Um gänzlich unterschiedliche Modelle zu fertigen, bräuchte man bei diesem neuen Konstruktionsprinzip lediglich diverse Leichtbau-Gerüste aus dem Drucker und die dazu passenden Stoffzuschnitte.

Die Vielfalt an Derivaten wird mit den Änderungen der Produktionsverfahren (generative Fertigung, 3-D-Druck) weiter zunehmen und hier letztlich sehr anwendungsspezifische Modelle auf den Markt bringen. Dies wiederum bietet sehr viel Spielraum bei der Auswahl des Antriebsstrangs.

Das klingt freilich noch sehr fantastisch, doch warum sollte es eines Tages nicht doch funktionieren? Entwickler des Konzeptautos formulieren es so: Wer wie wir die Autos von morgen entwickelt, muss den Blick auch stets auf übermorgen gerichtet haben.