Seit 2016 lautet so unser Credo. Dieser Dreiklang bezeichnet nicht weniger als einen kompletten Paradigmenwechsel in der gesamten Automobilindustrie: Wertschöpfungsketten, Entwicklungs- und Produktionszyklen sowie das gesamte Geschäftsmodell der Automobilhersteller werden sich dramatisch wandeln. Der „New Mobility“ ohne Verbrennerautos gehört die Zukunft, auch wenn sich immer wieder kritische Stimmen mit veralteten oder schlichtweg falschen Argumenten zur Nachhaltigkeit der Elektromobilität zu Wort melden: Selbst wenn wir in allen Bereichen der Wertschöpfungskette den aktuellen Standard-Strommix zugrunde legen, weist ein E-Auto eine bessere CO2-Bilanz auf als ein fossiles Fahrzeug!

So ist beispielsweise der Abbau von Lithium laut einer aktuellen Studie des irischen Institute of Technology Carlow weit weniger umweltbelastend als bislang angenommen. Im Vergleich zur Kraftstoffproduktion, in der teils einzigartige Ökosysteme zerstört werden – in Nigeria etwa sind durch die Erdölförderung Mangroven, Sümpfe, Flussarme und das Trinkwasser verseucht –, ist der Lithiumabbau in ausgetrockneten Salzseen in südamerikanischen Wüstengebieten geradezu schonend. Und mit jeder Kilowattstunde regenerativ erzeugten Stroms auf dem Weg vom Rohstoff zum fertigen Auto wird die Ökobilanz besser. Mehr noch: Es ist bereits in naher Zukunft möglich, ein E-Auto CO2-neutral zu produzieren und zu betreiben! Das wird ein Verbrenner niemals schaffen. Bereits heute könnte man mit dem gesamten aufgewendeten Strom für acht Liter Kraftstoff (im Schnitt eine Reichweite von etwa 100 Kilometern) 250 Kilometer rein elektrisch fahren. Tesla produziert seine Batterien schon heute mit ausgeglichener Emissionsbilanz, BMW seine gesamte i3-Reihe!

Unser gemeinsames Ziel muss es sein, die gesamte Mobilität zu dekarbonisieren – und intelligenter zu machen, insbesondere im urbanen Verkehr. Dabei spielen eine vernetzte Mobilität sowie automatisiertes und autonomes Fahren eine wichtige Rolle. E-Autos sind dafür aufgrund ihres nahtlosen Antriebs ideal geeignet. Allerdings wird es sicher noch eine Weile dauern, bis wir flächendeckend mit Level-5-autonomen Fahrzeugen unterwegs sein werden. „On demand“ georderte Robotaxis oder der Kurzstreckentransport im eVTOL ohne menschlichen Piloten werden in urbanen Ballungsräumen sicher in Zukunft einen gewissen Teil des Verkehrs ausmachen. Mindestens genauso wichtig sind aber intelligente, nahtlose Mobilitätskonzepte, die den Individualverkehr in der Stadt spürbar verringern. Letztlich geht es darum, die Mobilität an die individuellen Bedürfnisse anzupassen: mit dem Auto, per Car- oder Ridesharing, per E-Scooter oder E-Bike, mit dem ÖPNV und vielleicht auch irgendwann einmal mit dem Flugtaxi als einem von vielen Mobilitätsdiensten.

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Ganz allgemein sind wir der Überzeugung, dass Nutzfahrzeuge ein großer Treiber der E-Mobility sein werden, vom großen Transporter bis hin zum Cargobike für die Zustellung auf der letzten Meile oder dem E-Scooter, der als Zusatzmodul beispielsweise von der Bahn oder ÖPNV-Unternehmen bereitgestellt wird. Im Bereich der Privat-Pkw wäre zudem schon viel gewonnen, wenn wir den klassischen Verbrenner-Zweitwagen, der nur auf kurzen und kürzesten Strecken gefahren wird und weit über 95 Prozent der Zeit nur herumsteht, durch eine andere Form der Mobilität ersetzen.

Abseits von diesen vernunftgetriebenen Argumenten ist es meiner Erfahrung nach jedoch so, dass in Wahrheit die Fahrleistungen und der Fahrspaß das wesentlich stärkere Argument sind. Ich fahre selbst einen Tesla und habe alleine mit dem Fahrerlebnis – extreme Beschleunigung durch das Bereitstellen des vollen Drehmoments durch den E-Motor in allen Geschwindigkeitsbereichen einerseits, lautloses Dahingleiten und entspanntes Reisen andererseits – viele Skeptiker überzeugt.